USA passen Bedingungen für E-Auto-Subventionen an

von | 4. Dez 2023 - 13:02 | Politik

Fahrzeuge dürfen keine Batteriematerialien enthalten die von „feindlichen ausländischen Marktteilnehmern“ stammen: China, Nordkorea, Russland und Iran.

Die USA passen die Steuergutschriften für den Kauf von Elektrofahrzeugen kontinuierlich an. Ursprüngliche Entwürfe verlangten von Autoherstellern, dass sie 40 Prozent der Batterierohstoffe aus den USA oder einem Land mit einem Freihandelsabkommen beziehen. Dies wurde mittlerweile auf Länder ausgeweitet, mit denen die USA Abkommen über kritische Mineralien unterzeichnet haben. Ein solches Abkommen wurde erst Anfang dieses Jahres mit Japan unterzeichnet und wird derzeit auch mit der EU angestrebt. Am Wochenende haben das Energie– und das Finanzministerium der Vereinigten Staaten angepasste Richtlinienvorschläge veröffentlicht. Um sich ab 2024 für die volle Steuergutschrift von 7.500 Dollar zu qualifizieren, dürfen E-Autos keine Batteriematerialien enthalten, die von „bedenklichen ausländischen Marktteilnehmern“ (foreign entities of concern) hergestellt wurden. Mit diesen Marktteilnehmern sind Unternehmen gemeint, die zu mehr als 25 Prozent im Besitz chinesischen, nordkoreanischen, iranischen oder russischen Anteilseignern sind. Zusätzlich dürfen ab 2025 in Fahrzeugen überhaupt keine kritischen Mineralien verbaut sein, die von den genannten Akteuren abgebaut, verarbeitet oder recycelt wurden.

Leitlinien sollen heimische Lieferketten für kritische Mineralien stärken

Die neuen Richtlinien würden darauf abzielen, die heimischen Lieferketten für kritische Mineralien zu stärken und die verarbeitende Industrie in den USA anzukurbeln, so die Ministerien. Dafür würden nun weitere Anreize geschaffen. Derzeit importieren die USA den Großteil ihrer kritischen Mineralien, wie beispielsweise Seltene Erden, hauptsächlich aus China (PDF). Die Volksrepublik kontrolliert nicht nur große Teile des Bergbaus, sondern auch nachgelagerte Verarbeitungs- und Raffineriekapazitäten. Obwohl Australien etwa die Hälfte der weltweiten Fördermenge des Batteriematerials Lithium produziert, liegt Chinas Anteil an der Raffination von Lithium zwischen 50 und 70 Prozent. Daten des australischen Ministeriums für Industrie, Wissenschaft und Ressourcen zeigen, dass beinahe die gesamte Lithiumförderung Australiens nach China verschifft wird (PDF).  Außerdem halten chinesische Unternehmen Anteile an Markteilnehmern im australischen Lithiumsektor – teilweise über 50 Prozent, berichtet die Australian Financial Review (Paywall). Somit wäre ein großer Teil des australischen Lithiumsektors von den US-Steuergutschriften ausgeschlossen und müsste umstrukturiert werden, um dies zu ändern. Die neuen US-Richtlinien dürften sich also auch auf ausländische Lieferketten auswirken.

Umstrukturierung von Lieferketten braucht Zeit

Laut Associated Press sagen Analysten voraus, dass 2024 und 2025 für EV-Produzenten in den USA eine Herausforderung darstellen werden, da Änderungen innerhalb der Lieferketten Zeit benötigen. Zusätzlich zu dem Bau von Bergbau- und Verarbeitungsanlagen kritischer Mineralien der teilweise mehrere Jahre dauert, muss außerdem die Endmontage von E-Autos in Nordamerika erfolgen, damit sie sich für die vollen Steuervorteile qualifizieren. Um diese Vorschrift zu erfüllen, haben bereits mehrere ausländische Automobilhersteller Pläne für den Bau von Werken in den USA oder Kanada veröffentlicht oder sind bereits dabei, sie zu errichten, wie zum Beispiel der deutsche Autobauer BMW.

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