US-Fabrik für Seltenerdmagnete entsteht

22. April 2022 | Markt

MP Materials startet den Bau seiner Seltenerdmagnet-Fabrik in Texas. Mit den Produkten soll unter anderem US-Autohersteller General Motors beliefert werden.

Das US-Bergbauunternehmen MP Materials hat mit dem Bau einer Fabrik für Seltenerdmetalle, -legierungen und -magneten im texanischen Fort Worth begonnen. Produktionsstart soll Ende 2023 sein. Als Produktionskapazität gibt MP Materials ca. 1.000 Tonnen Neodym-Eisen-Bor-Magneten pro Jahr an, ausreichend für rund 500.000 Elektromotoren, wobei die Anlage skalierbar sei. Die Rohstoffe werden aus der firmeneigenen Mountain Pass Mine in Kalifornien stammen, der aktuell einzigen Produktionsstätte für Seltene Erden in Nordamerika.

Eine Liefervereinbarung wurde bereits mit dem US-Autoproduzenten General Motors geschlossen. Das in Detroit ansässige Unternehmen soll Seltene Erden, Legierungen und fertige Magnete für die Elektromotoren von über einem Dutzend Modellen von MP Materials beziehen.

US-Wertschöpfungskette für Seltene Erden nimmt Gestalt an

Die geplante Fabrik wird MP Materials zufolge die erste ihrer Art in den Vereinigten Staaten sein. Ebenso wie das Bergwerk Mountain Pass spielt sie eine große Rolle in den aktuellen Bestrebungen der USA, eine von China unabhängige Versorgung mit Seltene Erden zu etablieren. Derzeit werden über 90 Prozent der Seltenerdmagneten, die neben Elektromotoren zum Beispiel auch in Windrädern zum Einsatz kommen, in der Volksrepublik hergestellt. China ist zugleich weltgrößter Produzent Seltener Erden. Noch bis in die 1990er deckte Mountain Pass den größten Teil des weltweiten Verbrauchs an Seltenerdmetallen, verlor dann jedoch aufgrund von Umweltauflagen und Konkurrenz durch China an Bedeutung.

Seit 2017 ist MP Materials Besitzer und Betreiber der kalifornischen Mine. Im Februar erhielt das Bergbauunternehmen 35 Millionen US-Dollar aus dem Etat des Verteidigungsministeriums, um den Aufbau einer vollständigen heimischen Lieferkette für Permanentmagnete zu fördern. Das Unternehmen selber investiert nach eigenen Angaben bis 2024 700 Millionen Dollar in das Vorhaben.

Erst im Dezember hatten auch General Motors und Vacuumschmelze (VAC), ein deutscher Hersteller magnetischer Werkstoffe, den gemeinsamen Bau einer Seltenerdmagnet-Fabrik bekanntgegeben. In Kentucky ist eine Produktionsanlage des Magnetherstellers Quadrant geplant.

Photo: iStock/carcar797

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