Premiere: Seltene Erden in Kanada gefördert

von | 25. Apr 2022 - 12:51 | Wirtschaft

Kanadas bislang einzige Mine für Seltene Erden hat ihre erste Produktionssaison abgeschlossen. Weiterverarbeitet werden die Rohstoffe zunächst im eigenen Land und anschließend in Norwegen.

In der Nechalacho-Mine in den Nordwest-Territorien Kanadas werden seit letztem Sommer Seltene Erden gefördert. Betreiber Cheetah Resources hat nun die ersten Ladungen der gewonnenen Rohstoffe zur Weiterverarbeitung ausgeliefert, berichtet das regionale Nachrichtenportal NNSL Media.

Bereits im Oktober wurden 501 Tonnen Bastnäsit – ein Erz, das zu den wichtigsten Quellen für Seltene Erden gehört – per Binnenschiff in den Hafen von Hay River gebracht, von wo aus es jetzt ins südkanadische Saskatoon geht. In der dortigen Verarbeitungsanlage werden die Mineralien zu gemischtem Seltenerdkarbonat aufbereitet, schreibt CBC News, und anschließend nach Norwegen verschifft. Hier übernimmt Seltenerdproduzent REEtec die weitere Verarbeitung, bevor die kritischen Rohstoffe ihre endgültige Bestimmung in der Elektromobilitätsparte des deutschen Automobilzulieferer Schaeffler finden (wir berichteten). Die so entstandene Lieferkette kommt ohne Beteiligung Chinas aus, das derzeit ein Quasi-Monopol auf Seltene Erden und Seltenerdmagnete innehat.

Nechalacho ist Kanadas erste und Nordamerikas zweite Seltenerdmine, neben Mountain Pass in Kalifornien. Mit dem Abbau ist das indigene Bergbauunternehmen Det’on Cho Nahanni Construction Corporation beauftragt. Es gehört anteilig der Yellowknives Dene First Nation, auf deren Stammesterritorium sich die geförderten Ressourcen befinden. Die Projektverantwortlichen legen Wert auf umweltbewusste Verarbeitungsmethoden und nutzen eigenen Angaben zufolge weder Wasser noch Chemikalien, um die Rohstoffe zu gewinnen.

In den nächsten Jahren sollen jeweils 5.000 Tonnen Bastnäsit verschifft werden, zitiert NNSL Media David Connelly, Vizepräsident für Strategie und Unternehmensangelegenheiten bei Cheetah Resources. Die Menge werde voraussichtlich weiter auf 25.000 Tonnen pro Jahr steigen. Geplant sei auch eine Erweiterung der Mine auf ein nahe gelegenes Gebiet.

Photo: iStock/edb3_16

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