Kanada und Südkorea: Verstärkte Zusammenarbeit bei Rohstoffen geplant

von | 17. Mai 2023 - 14:50 | Politik

Die zwei Länder könnten vorteilhafte Handelsbeziehungen aufbauen, von denen beide Seiten profitieren.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sprach am heutigen Mittwoch vor dem südkoreanischen Parlament und sagte, sein Land sei bereit, „die Partnerschaft mit Freunden wie Südkorea in allen Bereichen zu stärken, von kritischen Rohstoffen über Hightech-Innovationen bis hin zu grünen Energielösungen“, so Reuters [Übersetzung Rohstoff.net]. Die Rede war Teil des ersten Besuchs eines kanadischen Regierungschefs in dem ostasiatischen Land seit neun Jahren. Die beiden Länder wollen in einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und Lieferketten-Risiken enger zusammenarbeiten. Die Partnerschaft wird beim Gipfeltreffen zwischen Trudeau und dem südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol an diesem Mittwoch im Mittelpunkt stehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen südkoreanischen Regierungsbeamten berichtet, werden Yoon und Trudeau ein Abkommen zu Lieferketten von kritischen Rohstoffen, der grünen Energiewende und zur Zusammenarbeit bei der Energiesicherheit unterzeichnen.

Kanada hatte erst Ende 2022 angekündigt, die Handelsbeziehungen am Indo-Pazifik im Rahmen seiner neuen indo-pazifischen Strategie auszubauen. Das nordamerikanische Land verfügt über große Mengen an natürlichen Ressourcen, darunter 31 kritische Rohstoffe, und möchte sich als weltweit führender Anbieter kritischer Rohstoffe etablieren. Derzeit ist die Rohstoffindustrie auf einige wenige Länder konzentriert. Insbesondere der Seltenerdsektor wird von China dominiert, vor allem die Verarbeitung sowie andere nachgelagerte Elemente. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen haben andere Länder dazu veranlasst, widerstandsfähigere Lieferketten aufzubauen und ihre Abhängigkeit von China zu verringern. Kanada könnte eine mögliche Alternative darstellen.

Südkorea wiederum gehört zu den führenden Ländern der weltweiten Halbleiterindustrie und will seine Position mit Milliardeninvestitionen weiter ausbauen. Halbleiterchips sind Bestandteil fast aller elektronischen Geräte und daher stark nachgefragt. Dafür werden aber auch kritische Rohstoffe benötigt. Dieser gegenseitige Bedarf könnte die Grundlage für symbiotische Handelsbeziehungen bilden.

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