CARE-O-SENE: Projekt will Luftfahrt umweltfreundlicher machen

von | 27. Mai 2022 | Technologien

Herstellung nachhaltiger Flugzeugtreibstoffe könnte durch neue Katalysatoren wirtschaftlich werden.

Grüner Wasserstoff gilt als Hoffnungsträger bei der Dekarbonisierung der Industrie, aber auch bei der umweltfreundlichen Versorgung mit Wärme. Zum Einsatz soll das leichte Gas zudem verstärkt im Mobilitätssektor kommen. Während wasserstoffbetriebene PKW trotz ihres Nischendaseins – in Deutschland sind nur etwa 1.200 zugelassen – grundsätzlich die Praxistauglichkeit des Energieträgers beweisen, steht dieser Nachweis im Flugverkehr noch aus.

Das südafrikanische Chemie- und Energieunternehmen Sasol will dies zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) ändern. Dazu wurde das Forschungsprojekt CARE-O-SENE gegründet, in dessen Rahmen die Katalysatoren für die Herstellung von sogenannten grünen Flugtreibstoffen (sustainable aviation fuels, kurz SAF) entwickelt und optimiert werden sollen.  

SAF werden aus nachhaltig erzeugtem Wasserstoff und nachhaltigen Kohlendioxidquellen im Fischer-Tropsch-Verfahren hergestellt, bei dem Sasol weltweit führend ist. Der sogenannte grüne Wasserstoff wiederum wird durch Wasserelektrolyse produziert, bei der Wasser durch Ökostrom in seine Ausgangsstoffe Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Zum Einsatz kommen hierbei je nach Elektrolyseverfahren verschiedene Technologie-, Edel- und Seltenerdmetalle.

An der Festveranstaltung in Johannesburg zum Start des Projekts nahmen der Präsident von Südafrika, Cyril Ramaphosa, und Bundeskanzler Olaf Scholz teil. Laut Pressemitteilung ist geplant, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Vorhaben finanziell unterstützt. Zu den Projektpartnern gehören das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Kapstadt (UCT) und die INERATEC GmbH.

Einen anderen Weg zur Dekarbonisierung geht derweil der multinationale Flugzeughersteller Airbus. Dieser hatte im Februar Boden- und Luftversuche mit einem von Wasserstoff angetriebenen Direktverbrennungsmotor angekündigt (wir berichteten).

Photo: iStock/audioundwerbung

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