Australiens Rohstoffexport: Nach Rekordhoch Sinkflug erwartet

von | 3. Jul 2023 - 13:01 | Wirtschaft

Das Land führte 2022 Rohstoff- und Energieprodukte mit neuem Höchstwert aus. Rückgang wird für 2023 und 2024 erwartet.

Australien hat im Jahr 2022/23 Rohstoff- und Energieprodukte im Wert von 300 Milliarden US-Dollar exportiert. Ihr Wert ist damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent gestiegen – ein Rekordhoch, wie das zuständige Ministerium in seinem Quartalsbericht für Ressourcen und Energie schreibt. Dieser Anstieg sei auf gestiegene Energiepreise infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie einen starken US-Dollar zurückzuführen.

Für das Finanzjahr 2023/24 erwarte das Industrieministerium allerdings einen Rückgang der australischen Rohstoffexporteinnahmen um 15 Prozent auf 259 Milliarden US-Dollar und im darauffolgenden Jahr eine weitere Abnahme auf 229 Milliarden. Als Gründe für die prognostizierten, sinkenden Preise für Bodenschätze werden im Bericht ein langsameres, weltweites Wirtschaftswachstum in den großen westlichen Ländern sowie eine entspanntere Versorgungslage genannt. Außerdem rechnet das Ministerium damit, dass sich die Energiepreise wieder auf dem Niveau vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine einpendeln und damit gegenüber dem jetzigen Stand weiter abnehmen werden.

Nachfrage nach kritischen Rohstoffen für Erneuerbare Energien weiterhin hoch

Doch nicht in allen Bereichen geht das Ministerium von sinkenden Exporterlösen aus: Die Ausfuhr von Materialien, die für die Energiewende und den Ausbau der Elektromobilität essenziell sind, dürften auch im kommenden Finanzjahr bei über 40 Milliarden US-Dollar liegen; sie haben sich seit 2021/22 verdoppelt. Australien, das hohe Reserven an kritischen Mineralien wie Lithium und Seltenen Erden besitzt, würde hier unter anderem auch vom US Inflation Reduction Act profitieren, der die Energiewende in den USA vorantreibt, wofür große Mengen an Mineralien unter anderem aus dem Land „Down Under“ benötigt würden. Australien leistet mit seinen Ressourcen vermehrt einen Beitrag zur Diversifizierung der Lieferketten und damit der Reduzierung der Abhängigkeit von Importen aus China.

Das australische Industrieministerium geht davon aus, dass kritische Rohstoffe bis zum Jahr 2028 sogar eines der wichtigsten Exportgüter des Landes werden könnten (wir berichteten). Doch die daraus resultierende zunehmende australische Bergbautätigkeit stößt auch auf Kritik: Das Jubilee Australia Research Centre äußerte in einem Bericht vom Mai Bedenken zu einer Über-Förderung von kritischen Mineralien und forderte umweltfreundliche Lösungsansätze für den Bergbau.

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