US-Subventionen für Elektroautos sorgen für Konflikt mit EU

von | 7. Nov 2022 - 13:55 | Politik

Nachteile für europäische Autohersteller auf US-Markt befürchtet. Ökonomen warnen vor Handelskrieg.

Mitte August verabschiedete US-Präsident Joe Biden den Inflation Reduction Act, der die heimische Industrie im Bereich grüner Technologien wie der Elektromobilität subventionieren soll. Das Gesetzespaket sieht unter anderem Steuervorteile beim Kauf von E-Autos vor, allerdings nur, wenn sie überwiegend in den USA gefertigt wurden, einschließlich der Batterien mitsamt der darin verbauten kritischen Mineralien. Dadurch soll die Abhängigkeit von China reduziert werden – doch auch die EU befürchtet massive Nachteile für europäische Fahrzeughersteller auf dem US-Markt. Die Vereinigten Staaten sind der zweitgrößte Zielmarkt für Autoexporte aus der EU.

Wegen des „Batteriestreits“ sei die Stimmung zwischen den transatlantischen Partnern so angespannt wie schon lange nicht mehr, schreibt das Handelsblatt. Kritik komme nicht nur von EU-Diplomaten, sondern auch aus der Automobilbranche. Das Gesetz verkenne die Realitäten des US-Marktes und sabotiere das gemeinsame Ziel, eine grünere Zukunft zu erreichen, schreibt die American International Automobile Dealers Association in einem Brief an das US-Finanzministerium.

US-Sanktionen gegen chinesische Chiphersteller verärgern auch EU

Für weiteren Konfliktstoff sorgen die im Oktober verhängten US-Sanktionen gegen die chinesische Chipindustrie, da auch Firmen aus Drittstaaten wie der niederländische Chipmaschinenhersteller ASML betroffen seien, so das Handelsblatt.  Der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire forderte im Interview mit der Zeitung eine entschiedene Gegenreaktion der EU. Ökonomen warnen derweil vor einem möglichen Handelsstreit ebenso wie vor einem Subventionswettlauf.

Hoffnung bietet immerhin die US-EU-Taskforce zum Inflation Reduction Act. Die Arbeitsgruppe wurde Ende Oktober ins Leben gerufen, um zur Lösung der Krise beizutragen, und hat sich die Unterstützung nachhaltiger und widerstandsfähiger Lieferketten über den Atlantik hinweg zum Ziel gesetzt.

Photo: iStock/Stadtratte

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