Millionen-Förderung für Batteriefabrik in Deutschland

12. Mai 2022 | Markt

Das schwedische Unternehmen Northvolt möchte in Deutschland ab 2025 Batteriezellen für Elektroautos fertigen. Von Bund und Land gibt es 155 Millionen Euro Förderung.

Northvolt, ein schwedischer Produzent von Lithium-Ionen-Batterien, plant eine Fabrik in Deutschland. Das Wirtschaftsministerium fördert die geplante Investition mit 155,4 Millionen Euro. 30 Prozent der Summe trägt das Bundesland Schleswig-Holstein, der geplante Standort der Produktionsstätte.

Northvolt zufolge ist eine jährliche Produktionskapazität von 60 Gigawattstunden vorgesehen, ausreichend, um etwa eine Million Elektrofahrzeuge mit Batterien zu versorgen. 2025 soll die Fabrik in Betrieb gehen. Es handele sich um komplett grüne Batterien, weil der voraussichtliche Standort in Heide gut an die Windparks in Schleswig-Holstein angeschlossen sei, zitiert die Wirtschaftswoche Wirtschaftsminister Robert Habeck. Aus der deutschen Industrie gebe es bereits ausreichend Nachfrage für die Batteriezellen. 

Immer mehr Batterie- und E-Auto-Fabriken in Deutschland

Deutschland entwickelt sich zunehmend zu einem Hotspot der europäischen Batterie- und Elektroautoindustrie. Im brandenburgischen Grünheide eröffnete im März Teslas E-Auto-Gigafabrik, in Guben unweit der polnischen Grenze plant das deutsch-kanadische Unternehmen Rock Tech eine Lithiumfabrik für die Batterieherstellung. Batteriekomponenten wird auch die Kathodenfabrik des Chemiekonzerns BASF in Schwarzheide produzieren. Anfang des Jahres kündigte zudem die vietnamesische Automarke Vinfast an, Elektrofahrzeuge in Deutschland fertigen zu wollen.

Das Wirtschaftsministerium plant bis 2030, allein in Batteriezellwerke über 15 Milliarden Euro zu investieren. Auch Projekte in den Bereichen Rohstoffe, Batteriematerialien und-komponenten sowie -Recycling werden gefördert.

Mit dem Ausbau der Branche geht ein großer Bedarf an strategischen Rohstoffen einher. Neben Batteriematerialien wie Lithium, Kobalt und Nickel gehören Seltene Erden wie Neodym und Praseodym dazu, die zu Permanentmagneten für Elektromotoren verbaut werden. Dabei rücken die Engpässe, die durch die Corona-Pandemie und jüngst den russischen Angriffskrieg ausgelöst werden, die starke Abhängigkeit von Importen ins öffentliche Bewusstsein. Russland ist etwa einer der weltgrößten Produzenten von Nickel sowie von Aluminium, das für den Karosseriebau benötigt wird. Das größte Förderland von Kobalt ist die Demokratische Republik Kongo, die Raffination wiederum findet überwiegend in China statt. Die Volksrepublik dominiert auch den Weltmarkt für Seltene Erden und Seltenerdmagneten. Um unabhängiger zu werden, streben Europa und Nordamerika eine Diversifizierung ihrer Lieferketten an.

Photo: iStock/ipopba

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