[UPDATE] Lieferketten – ein zentrales Thema bei Bidens erster Asienreise

von | 23. Mai 2022 | Markt, Politik

US-Präsident startet heute eine neue Wirtschaftsinitiative für den indo-pazifischen Raum. Ein wichtiges Ziel sind gemeinsame stabile Lieferketten insbesondere für Halbleiterchips.

Auf seiner ersten Asienreise als US-Präsident gibt Joe Biden am Montag den Startschuss für eine neue Handels- und Wirtschaftsinitiative. Im Rahmen des Indo-Pacific Economic Framework (IPEF) wollen die USA stärker mit Staaten des indo-pazifischen Raums zusammenarbeiten, um ein Gegengewicht zu Chinas Einfluss in Asien zu bilden. Ein wichtiges Ziel ist die Schaffung gemeinsamer stabiler Lieferketten, insbesondere für Halbleiterchips, die weltweit nach wie vor Mangelware sind und zu Produktionsausfällen in der Auto- und Elektronikindustrie führen. Zudem sollen erneuerbare Energien, digitaler Handel und die regionale Infrastruktur gefördert werden.

Neben Südkorea und Japan, die Biden auf seiner Reise besucht, schließen sich Australien, Brunei, Indien, Indonesien, Malaysia, Neuseeland, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam dem IPEF an. Die Initiative wird als eine Art Nachfolger der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) gehandelt, aus der die USA sich unter Bidens Vorgänger Donald Trump 2017 zurückgezogen hatten. Viele der asiatischen Partner kritisieren das IPEF jedoch, weil es im Gegensatz zur TTP keine Zölle senke und keinen besseren Zugang zu den US-Märkten biete, schreibt die Washington Post.

Biden besucht Chipfabrik von Samsung

Neben den Staatschefs von Südkorea und Japan traf Biden sich auch mit den Leitern heimischer Technologiekonzerne wie Samsung, Hyundai und Toyota. Gleich nach seiner Ankunft in Südkorea besuchte er eine Chipfabrik von Samsung. Diese soll als Modell für das neue US-Werk des Elektronikunternehmens dienen, das derzeit für 17 Milliarden Dollar in Texas gebaut wird. Zusammen mit dem Opel-Mutterkonzern Stellantis plant Samsung außerdem die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos in den USA. Der südkoreanische Autohersteller Hyundai will ebenfalls eine US-Fabrik für Elektroautos und Batterien errichten und kündigte am Samstag eine Investition von über fünf Milliarden Dollar an.

Den Abschluss von Biden Reise bildet am Dienstag ein Treffen mit den Regierungschefs von Australien, Japan und Indien, den anderen Partnern des Quad-Bundes. Dieser setzt sich nach eigenen Angaben für einen „freien und offenen Indopazifik“ ein. Der Zusammenschluss strebt unter anderem eine von China unabhängigere Lieferkette für Seltene Erden an. Eine besondere Rolle kommt dabei Australien zu, das mit seinen immensen Bodenschätzen größter Produzent der kritischen Rohstoffe außerhalb der Volksrepublik ist. Das Land wird erstmals durch den neuen Ministerpräsident Anthony Albanese (Labor Party) repräsentiert, der Australien  zu einer „Supermacht der Erneuerbaren Energien“ machen will (wir berichteten).

Photo: iStock/kamponwarit

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