Deutschland produziert mehr Ökostrom

von | 7. Sep 2022 - 11:33 | Wirtschaft

Anteil am Strommix steigt in der ersten Jahreshälfte auf beinahe 50 Prozent. Rohstoffversorgung wichtig für weiteren Ausbau.

Die Bedeutung Erneuerbarer Energien für den Strommix in Deutschland steigt: Im ersten Halbjahr 2022 stammte fast die Hälfte (48,5 Prozent) des hierzulande erzeugten und ins Netz eingespeisten Stroms aus regenerativen Quellen. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil noch bei 43,8 Prozent. Das teilt das Statistische Bundesamt mit.

Die Einspeisung aus Windkraft stieg dabei auf einen Anteil von 25,7 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 22,1 Prozent), bei der Sonnenenergie sind es 11,2 Prozent (erstes Halbjahr 2021: 9,4 Prozent). Der hohe Anstieg bei der Windenergie sei vor allem auf das windarme erste Quartal des letzten Jahres zurückzuführen. Bei der Photovoltaik sei die Steigerung vor allem den ungewöhnlich vielen Sonnenstunden im ersten Halbjahr 2022 geschuldet.

Fast ein Drittel des Stroms (31,4 Prozent) wurde in Kohlekraftwerken erzeugt; ein Anstieg gegenüber der ersten Jahreshälfte 2021 (27,1 Prozent). Der Anteil der Gasverstromung ging hingegen von 14,4 auf 11,7 Prozent zurück. Aufgrund der Abschaltung dreier Atomkraftwerke verringerte sich auch der Produktionsanteil der Kernenergie deutlich von 12,4 auf sechs Prozent.

Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine will die Bundesregierung den Ausbau Erneuerbarer Energien weiter beschleunigen, um sich unabhängig von Gas-Importen aus Russland zu machen. Wie gut das gelingt, hängt auch davon ab, ob ausreichend benötigte Rohstoffe und Bauteile zur Verfügung stehen. Lieferengpässe bremsen etwa den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf deutschen Dächern, obwohl die Nachfrage stetig wächst (wir berichteten).

Photo: iStock/Rocco-Herrmann

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