USA: Milliarden für die Halbleiterentwicklung

von | 10. Aug 2022 - 09:57 | Wirtschaft

Gesetz soll Chipbranche wieder wettbewerbsfähig machen und Lieferketten stärken.

US-Präsident Joe Biden hat am Dienstag den US Chips and Science Act unterzeichnet. Das Gesetz sieht die finanzielle Unterstützung der heimischen Halbleiterforschung, -entwicklung und -produktion mit insgesamt 52,7 Milliarden Dollar vor. Wie auch Deutschland sind die USA stark vom Import von Computerchips abhängig. Diese steuern zahlreiche Funktionen vom Auto bis zu Waschmaschine. Probleme in den weltweiten Lieferketten für diese Bauteile hatten in jüngster Zeit immer wieder zu Produktionsstopps geführt, so unter anderem in der Autoindustrie.

Das im Juli verabschiedete und nun ratifizierte Gesetz trägt bereits erste Früchte, wie das Weiße Haus in einer Pressemitteilung schreibt. So habe der Halbleiterhersteller Micron Investitionen von 40 Milliarden Dollar in die Fertigung von Speicherchips angekündigt. Die Mitbewerber Qualcomm und GlobalFoundries wollen zudem gemeinsam die Halbleiterprodution im GlobalFoundries-Werk im Bundesstaat New York ankurbeln. Für Jim Witham, CEO des auf Halbleiter aus Galliumnitrid spezialisierten Herstellers GaN Systems, kann der US Chips and Science Act nur ein Teil der Lösung sein. Es müsse das gesamte Chip-Ökosystem unterstützt werden, beginnend beim Material für die Chipwafer, einer Vorstufe in der Chipproduktion, zitiert ihn die Technologieprotal CNET.

Auch in der Europäischen Union soll die Chipproduktion mithilfe eines entsprechenden Gesetztes gefördert werden. Der im Februar vorgestellte European Chips Act wird voraussichtlich 2023 verabschiedet werden.

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