Rüstungsunternehmen in den USA sollen auf Chinas Seltene Erden verzichten

17. Januar 2022 | Markt

Rüstungsunternehmen, die das US-Verteidigungsministerium beliefern, sollen in Zukunft keine Seltenen Erden aus China für ihre Produkte verwenden dürfen. Das sieht ein neuer Gesetzesentwurf vor.

Ab 2026 sollen in Waffensystemen des US-Verteidigungsministeriums keine chinesischen Seltenerdmetalle mehr eingesetzt werden, heißt es in dem Gesetzestext. Ausnahmen sind nur in seltenen Fällen möglich. Rüstungsunternehmen, die im Auftrag des Pentagons produzieren, wären verpflichtet, die Herkunft der von ihnen verbauten Seltenerdmagneten offenzulegen. Zudem soll das Pentagon einen strategischen Vorrat an Seltenen Erden anlegen, groß genug, um den Bedarf von Militär, Verteidigungsindustrie und anderer kritischer Infrastrukturen für ein Jahr zu decken, falls es zu einer Versorgungsunterbrechung kommt.

Ziel ist es, die USA vor drohenden Versorgungsengpässen bei Seltenen Erden zu schützen und die Abhängigkeit von China in diesem wichtigen Industriesektor zu verringern. Ebenso soll die Produktion Seltener Erden im eigenen Land gefördert werden. Der parteiübergreifende Gesetzesvorschlag wurde am Freitag von dem republikanischen Senator Tom Cotton und dem Demokraten Mark Kelly vorgestellt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

China hat ein Quasi-Monopol auf Seltene Erden, die neben Waffensystemen auch für viele andere Hightech-Produkte wie Windräder und Elektromotoren gebraucht werden. 80 Prozent der US-Importe dieses Rohstoffs stammen aus der Volksrepublik, wie die United States Geological Survey (USGS) für 2016 bis 2019 aufzeigt. Angesichts wachsender Spannungen zwischen den beiden Ländern bemühen sich die USA zunehmend um eine unabhängige Versorgung mit Seltenerdmetallen. Im Herbst leitetedas US-Handelsministerium sogar eine Untersuchung ein, um herauszufinden, ob die Abhängigkeit von importierten Magneten aus Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellt (wir berichteten).

Chinesische Analysten: „Kein Einfluss auf Chinas Seltenerd-Industrie“

Das geplante Gesetz werde keine Auswirkung auf den chinesischen Seltene-Erden-Sektor haben, schreibt die chinesische Zeitung Global Times unter Berufung auf den Analysten Liu Enqiao. Ihm und anderen Experten zufolge würden die US-Maßnahmen die Entwicklung dieses Industriezweigs, der durch ausgereifte Technologien und niedrige Kosten weltweit wettbewerbsfähig geworden sei, nicht beeinflussen.

Photo: iStock/trekandshoot

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