Studie: Deutschland braucht mehr E-Autos

von | 10. Mrz 2022 - 11:38 | Technologien

Batterieelektrische Fahrzeuge haben laut einer Studie derzeit das größte Potential zur Einsparung von Treibhausgasen im Verkehrssektor.

Deutschland soll bis 2045 treibhausgasneutral werden, so sieht es die Klimaschutznovelle vor, die im August des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Einen wichtigen Beitrag soll in diesem Zusammenhang der Verkehrssektor leisten. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe hat im Auftrag der Bundesregierung den möglichen Beitrag der verschiedenen Antriebsarten von Verbrennungsmotor bis zum Elektromotor zum Erreichen der Klimaziele untersucht. Demnach weisen Batteriebetriebene Fahrzeuge bereits mit dem heutigen Strommix die geringsten Treibhausgasemissionen auf. Mit steigendem Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energiequellen wird sich das Einsparpotential noch erhöhen.

Plug-in-Hybridfahrzeuge, also solche, die auch am Stromnetz geladen werden können, werden in der Studie lediglich als Brückentechnologie bewertet. Sie müssten mittel- und langfristig auch mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, deren Herstellung sehr teuer sei. Biogas komme als Alternative in Frage, dabei müsse jedoch die Nutzungskonkurrenz wie der Einsatz im internationalen Flugverkehr vermieden werden. Die Möglichkeiten zur Reduzierung der Treibhausemissionen seien in diesem Bereich deutlich geringer, heißt es.

Der wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle attestiert die Studie derzeit nur einen geringen Beitrag zur Einsparung von CO2, langfristig würde sie jedoch eine Ergänzung zu den Batteriefahrzeugen bei großen und schweren Fahrzeugen mit hohen Reichweitenanforderungen darstellen.

In der Studie wird auch auf den hohen Bedarf an kritischen Rohstoffen für alternative Antriebe hingewiesen, so etwa Lithium und Kobalt für die Herstellung von Batterien sowie Platingruppenmetalle für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Hinzu komme ein erhöhter Bedarf an Kupfer. Damit sich die Emission klimaschädlicher Gase nicht lediglich verlagert, seien Nachhaltigkeitskriterien in den Lieferketten notwendig. Auch das Recycling müsse vorangetrieben werden.

Photo: iStock/ismael juan

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