Hamburg soll Zentrum für Wasserstoff-Import werden

9. März 2022 | Markt

Grüner Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle in der Energiewende. Hamburg soll zum Drehkreuz für den Import nach Deutschland und Europa werden.

Grüner Wasserstoff, der praktisch emissionsfrei mithilfe Erneuerbarer Energien erzeugt wird, gilt als wichtiger Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel. Um die Energiewende voranzutreiben und ihre Klimaziele zu erreichen, hat die damalige Bundesregierung 2020 ihre Nationale Wasserstoffstrategie (PDF) vorgestellt. Darin rechnet sie bis 2030 mit einem Wasserstoffbedarf von rund 90 bis 110 TWh (90 bis 110.Milliarden Wattstunden). Dieser könne jedoch zum Großteil nicht lokal produziert werden, sondern müsse aus anderen Ländern importiert werden. Ein Grund dafür ist, dass Deutschland nur begrenzte Kapazitäten etwa für Wind- und Solarparks hat. Auch die Metastudie Wasserstoff der Fraunhoferinstitute ISI, ISE und IEG kommt zum Ergebnis, dass die Bundesrepublik bis zu 70 Prozent des Bedarfs durch Import decken muss.

Zu einem zentralen Umschlagplatz für Wasserstoffimporte nach Deutschland und Europa soll künftig Hamburg, der größte deutsche Seehafen, werden. Die städtische Behörde für Wirtschaft und Innovation (BWI) hat dafür einen Strategieplan (PDF) mit neun Aktionspunkten entwickelt. Ziel ist es, zur Deckung des nationalen Energiebedarfs beizutragen und die Position der Hansestadt als „Wasserstoff-Pionierin“ zu festigen. Um die Strategie konkret umzusetzen, will die BWI unter anderem den künftigen Wasserstoffbedarf sowie eventuelle Versorgungslücken identifizieren, Vereinbarungen mit Exportländern abschließen und die Importinfrastruktur ausbauen. Der Transport könne „perspektivisch nicht nur via Schiff und Pipeline, sondern auch über das bereits bestehende Schienennetz“ erfolgen, heißt es in dem Papier.

Fit für die Zukunft der Energie

Wie die Welt schreibt, wird der Export von Wasserstoff die globale Energielandschaft verändern. „Schwergewichte der fossilen Energiewirtschaft“ wie Russland würden an Bedeutung verlieren. Länder mit großen natürlichen Ressourcen an Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Erdwärme könnten dafür zu Aufsteigern werden. Hamburg hat bereits letzten November mit Schottland, das über große On- und Offshore-Windkapazitäten verfügt, eine Absichtserklärung für den Import von Grünem Wasserstoff geschlossen. Zu den Zielen der Zusammenarbeit zählen der Ausbau der grünen Wasserstoffwirtschaft in beiden Regionen, das Erreichen der Pariser Klimaziele und der Aufbau von Lieferketten zwischen Schottland und der Hansestadt. Auch mit weiteren Ländern wie Dänemark, Norwegen, Australien und Saudi-Arabien wolle Hamburg entsprechende Vereinbarungen treffen, so die Welt.

Sonnenreiche Staaten wie Namibia, Australien oder die Vereinigten Arabischen Emirate könnten ihr enormes Potenzial an Solarenergie künftig auch nutzen, um grünen Wasserstoff zu erzeugen und zu exportieren. In ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie setzt die Bundesregierung auf internationale Kooperationen mit sonnenreichen Ländern. Mehr dazu unter: Gemeinschaftsprojekt Wasserstoff.

Photo: iStock/Kris Hoobaer

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