Seltene Erden und Batterien: Norwegen und EU kooperieren

von | 28. Jun 2022 - 14:06 | Markt, Politik

Zusammenarbeit soll Rohstoffversorgung zum Erreichen der Klimaziele verbessern.

Der Kampf gegen den Klimawandel geht mit einem großen Rohstoffbedarf einher. Elektrofahrzeuge etwa benötigen neben Metallen wie Aluminium Batterierohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel sowie Permanentmagneten aus Seltenen Erden. Letztere stecken auch in vielen Windkraftanlagen.

Um die Rohstoffversorgung zu verbessern und nachhaltige Wertschöpfungsketten für Batterien zu schaffen, wollen Norwegen und die Europäische Union künftig zusammenarbeiten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gaben der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maros Sefcovic, und der norwegische Industrieminister Jan Christian Vestre eine entsprechende Kooperation bekannt.

Norwegen, das nach Russland Europas zweitgrößter Öl- und Gasexporteur ist, will dafür seinen Zugang zu Mineralien, Metallen und Seltenen Erden nutzen, um seine Industriestruktur zu erweitern. Das EU-finanzierte Projekt EURARE zur Förderung einer nachhaltigen europäischen Seltenerdindustrie weist das skandinavische Land als vielversprechendes Gebiet für die Exploration von Metallen und Seltenen Erden aus. Mit REEtec ist auch ein Seltenerdproduzent in Norwegen ansässig, der aktuell eine Trennanlage für die kritischen Rohstoffe baut. Ein Lieferabkommen wurde bereits mit dem deutschen Automobilzulieferer Schaeffler unterzeichnet (wir berichteten). Zudem sind in Norwegen mehrere Anlagen zur Produktion bzw. zum Recycling von Batterien und Batteriematerial geplant.

Im Rahmen der Zusammenarbeit wird Norwegen, das nicht zur EU gehört, unter anderem an den Ministertreffen der Europäischen Batterie-Allianz sowie an gemeinsamen Industrieinitiativen teilnehmen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Sefcovic und Vestre. Weitere Partnerschaften in anderen Bereichen grüner Wirtschaftspolitik könnten folgen. Zuvor hatten die EU und Norwegen bereits ein Abkommen unterzeichnet, um im Energiebereich enger zusammenzuarbeiten.

Photo: iStock/Rawf8

2030 oder 2050 Klimaneutralität