Seltene Erden: Grönland soll Europa versorgen

von | 23. Aug 2022 - 09:38 | Wissen

Neo Performance Materials und Hudson schließen Abkommen über Exploration.

Die kanadischen Unternehmen Neo Performance Materials und Hudson Resources haben ein verbindliches Abkommen über die Exploration eines Seltenerdvorkommens in Grönland geschlossen. Neo Performance plant die Erkundung und Erschließung des Sarfartoq-Projekts, um seine Lieferketten für diese kritischen Rohstoffe zu diversifizieren, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Für das Unternehmen wäre dies der Einstieg in die eigene Förderung Seltener Erden, bisher bezieht es vorverarbeitetes Material überwiegend aus Russland, den USA und China, wie die New York Times schreibt. Die weitere Aufbereitung findet in China und Estland statt.

Auch andere Konzerne möchten an den Bodenschätzen Grönlands teilhaben, die seit Ende 2021 im Land geltenden Grenzwerte für das beim Rohstoffabbau anfallende radioaktive Uran verhindern dies aber. So befindet sich Mitbewerber Greenland Minerals in einem Rechtsstreit, da ihm die Lizenz für den Abbau im Kvanefjeld-Projekt verwehrt wird. Das Vorkommen in Sarfartoq enthalte hingegen nur vergleichsweise geringe Uranmengen, aber große Mengen Neodym und Praseodym, wie Hudson Resources im vergangenen Jahr mitteilte. Beide Rohstoffe sind zentral für die Herstellung von Hochleistungsmagneten für E-Autos und Windräder. Diese Magneten will Neo Performance künftig auch in Estland produzieren, um den europäischen Markt versorgen zu können, der stark abhängig von Importen aus China ist.

Photo: iStock/Elizabeth M. Ruggiero

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