Rohstoffe: Südkoreas Abhängigkeit von China wächst

von | 12. Sep 2023 - 10:26 | Wirtschaft

In Asiens Hightech-Land zeigt sich die Marktmacht der Volksrepublik – mit möglicherweise globalen Auswirkungen.

Südkorea gehört zu den wichtigsten Standorten der globalen Hightech-Industrie von der Autoproduktion bis zur Herstellung modernster Computerchips. Gleichzeitig besitzt das Land kaum Bodenschätze und ist auf den Import von Rohstoffen angewiesen. Diese Abhängigkeit wächst, wie die Wirtschaftszeitung The Korea Economic Daily berichtet. Dabei geht es nicht nur um Batteriemetalle wie Lithium oder Kobalt, sondern auch um die Edelgase Neon, Krypton und Xenon. Sie werden für die Chipproduktion benötigt und aus China bezogen. Hintergrund der gestiegenen Importe aus der Volksrepublik sei der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, beide wichtige Hersteller der Gase, so die Zeitung. Bereits kleine Störungen in der Versorgung könnten die südkoreanische Halbleiterindustrie schwer treffen und damit die globale Versorgung. Im Bereich der Speicherchips ist das Land mit einem Marktanteil von fast 57 Prozent (2020) führend.

Experten gehen nicht davon aus, dass China den Export von Neon, Krypton oder Xenon in Zukunft einstellen oder gar als Druckmittel einsetzen wird, Exportrestriktionen wie etwa bei Gallium und Germanium seien jedoch möglich. Verschärft wird die Situation durch den laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe intransparenten Markt für Edelgase. Die Bundesbehörde hat in diesem Jahr eine Studie zur Versorgungslage mit dem ebenfalls zu dieser Elementgruppe gehörenden Helium vorgestellt und von Engpässen berichtet, die trotz ihrer potentiellen Auswirkungen weitgehend unter dem medialen Radar stattfinden.

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