Nutzung von Blockchain macht wenig Fortschritte

7. Juli 2021 | Technologien

Bitkom-Studie: 87 Prozent der deutschen Unternehmen haben sich noch nicht mit dem Einsatz der neuen Technologie beschäftigt.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hat Anfang Juli eine neue Studie über die Nutzung der Blockchain-Technologie in deutschen Unternehmen vorgestellt. Im Vergleich mit der erstmaligen Befragung vor drei Jahren kommt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder zu dem Schluss: „So riesig waren die Schritte nicht, die die Unternehmen seither gemacht haben.“ Genau genommen, waren es gar keine Schritte. Laut Studie hatten sich 2018 immerhin 86 Prozent der befragten Unternehmen noch nicht mit dem Einsatz von Blockchain beschäftigt, 2021 sind es 87 Prozent. „Wir sehen also eine relative Stagnation“, so Rohleder.

Von den wenigen Unternehmen, die die Blockchain-Technologie hierzulande überhaupt bereits einsetzen, tun dies 73 Prozent im Bereich Finanzen, Buchhaltung und Controlling. Auf Rang zwei folgt mit weitem Abstand und 35 Prozent der Angaben der Bereich Logistik, Lager und Versand, auf Rang drei der Einkauf mit 34 Prozent.

Hoher Energieverbrauch

Die Gründe für den nach wie vor eher bescheidenen Einsatz der Blockchain-Technologie sind vielfältig. Vor allem fehlt es den Unternehmen an Know-how. Das zumindest sagen 87 Prozent der Befragten. 81 Prozent nennen fehlendes qualifiziertes Personal als Hindernisgrund, 79 Prozent beklagen das Fehlen belastbarer Use Cases. 67 Prozent betrachten die Blockchain-Technologie als noch nicht ausgereift.

Der oft im Zusammenhang mit Blockchain beklagte hohe Energiebedarf der neuen Technologie wurde vom Bitkom indes nicht explizit abgefragt. Rohleder betont: „Der Energieverbrauch ist signifikant. Die tatsächliche Energiebilanz von Blockchain-Technologien hängt jedoch vom jeweils etablierten Energiemix ab.“ Mit anderen Worten: Je mehr erneuerbare Energien in den entsprechenden Ländern genutzt werden, desto weniger klimabelastend ist auch die moderne Blockchain-Technologie. Dann allerdings treibt der immense Energiehunger beim Blockchain-Einsatz auch den Bedarf an Strategiemetallen und Mineralien, die beispielsweise für Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen gebraucht werden, weiter an.

Photo: iStock smagilov

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