Energiewende Made (and Mined) in Germany

8. Juli 2021 | Technologien

Im Oberrheingraben finden sich große Lithiumvorkommen. Diese sollen nun angezapft werden und die Energiewende weiter voranbringen.

Der Ausbau der Elektromobilität erhöht nicht nur den Bedarf an Seltenen Erden und Strategischen Metallen. Auch der Verbrauch von Lithium steigt. Das Leichtmetall wird für die Batterien der Elektroautos genutzt. Deutschland ist bei diesen Rohstoffen bislang abhängig von Importen, dabei gibt es auch hierzulande Lithiumvorkommen; im salzhaltigen Tiefengewässer des Oberrheingrabens.

Derzeit wird das heiße Wasser aus tausenden Metern Tiefe zur Wärme- und Energieerzeugung an die Oberfläche gepumpt und anschließend wieder in die Erde zurückgeleitet. Mit einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Pilotanlage im baden-württembergischen Bruchsal soll nun das Potential für die kommerzielle Lithiumgewinnung erprobt werden. Vor der Rückführung in die Erde wird das abgekühlte Thermalwasser dabei in einer Geothermieanlage einem Verfahren unterzogen, bei dem das Lithium extrahiert wird.

Die in Bruchsal gewonnene Lithiummenge würde ausreichen, um 20.000 Akkus für Elektroautos zu erzeugen, so der Betreiber EnBW Energie Baden-Württemberg. Da die Strom- und Wärmeproduktion durch die Lithiumförderung laut EnBW nicht beeinträchtigt wird, könnten Geothermieanlagen an geeigneten Stellen somit in mehrfacher Hinsicht die Energiewende unterstützen. Getestet wird ein ähnliches Verfahren auch im 50 Kilometer entfernten Insheim. Projektpartner Vulcan Energy Resources will bis 2025 mehrere Anlagen bauen, deren Lithiumausbeute dann für eine Million E-Autos ausreichen soll.

Photo: EnBW / Uli Deck

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