LKAB investiert in Rohstoffrecycling und klimafreundliche Stahlherstellung

von | 16. Mai 2023 - 15:01 | Wirtschaft

Schwedisches Bergbauunternehmen beantragt Bau zweier Anlagen.

Das staatliche schwedische Bergbauunternehmen LKAB will eine Recyclinganlage für kritische Rohstoffe sowie eine Demonstrationsanlage zur Produktion von klimafreundlichem Stahl bauen. Das Unternehmen sieht dies als entscheidenden Schritt, um die Emissionen in der globalen Eisen- und Stahlindustrie zu verringern und kritische Rohstoffe zur Umsetzung der Energiewende zu sichern. Standort soll das nordschwedische Gällivare sein, ein Genehmigungsantrag sei am Montag beim Landes- und Umweltgericht eingereicht worden, heißt es in der Pressemitteilung.

In der Recyclinganlage ist die Wiedergewinnung von kritischen Rohstoffen aus Abfällen, die derzeit deponiert werden, vorgesehen. Aus diesen Reststoffen soll zunächst ein Apatitkonzentrat hergestellt werden (Apatit bezeichnet eine Gruppe von Mineralien), aus dem dann wiederum Phosphor zur Düngemittelherstellung und Seltene Erden etwa für Elektrofahrzeuge und Windkraftanlagen abgetrennt werden. 

Bergbau und Bergbauabfälle als Rohstoffquellen

Anfang des Jahres sorgte LKAB mit der Meldung eines immensen Seltenerdfunds im nordschwedischen Kiruna für weltweite Schlagzeilen (wir berichteten). Bis zum kommerziellen Abbau der Rohstoffe könnten allerdings noch viele Jahre vergehen, so LKAB-CEO Jan Moström. Der Bergbaukonzern investiert daher auch in neue Technologien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Bergbauabfällen, außerdem in die Weiterverarbeitung von Seltenen Erden, ein Bereich, der stark von China dominiert wird.

Daneben plant LKAB eine Demonstrationsanlage für HYBRIT, ein neues, nachhaltiges Herstellungsverfahren für Stahl. Dabei werden kohlebasierte Hochöfen durch direkte wasserstoffbasierte Reduktionstechnologie ersetzt. Neben LKAB sind der Energiekonzern Vattenfall und der Stahlhersteller SSAB an dem Projekt beteiligt. In der Pilotanlage in Luleå wurden bereits 2.000 Tonnen fossilfreier Stahl produziert, zu den Kunden gehört der Autobauer Volvo (wir berichteten). Die Demonstrationsanlage soll nun zeigen, dass die HYBRIT-Technologie im industriellen Maßstab praktikabel ist.

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