Kritische Mineralien: Indonesien will mehr von seinem natürlichen Reichtum profitieren

von | 13. Nov 2023 - 11:49 | Politik

Der indonesische Präsident Joko Widodo reist am Montag in die USA, um eine mögliche Partnerschaft für das Batteriemetall Nickel zu erörtern.

US-Präsident Joe Biden wird am Montag seinen indonesischen Amtskollegen Joko Widodo empfangen. Unter anderem soll es bei dem Staatsbesuch um eine mögliche Partnerschaft im Bereich kritischer Mineralien gehen, die das Batteriemetall Nickel betreffen könnte, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben des U.S. Geological Survey (PDF) verfügt Indonesien zusammen mit Australien über die größten Nickelvorkommen der Welt, ist aber für mehr als ein Drittel der Weltproduktion verantwortlich. Eine Rohstoffpartnerschaft würde ermöglichen, dass indonesische Nickelexporte unter das US-Subventionspaket Inflation Reduction Act fallen. Somit könnten sich E-Fahrzeuge, die mit indonesischen Mineralien hergestellt werden, für Steuergutschriften qualifizieren, was die Wettbewerbsfähigkeit des südostasiatischen Landes erhöhen würde. Das Weiße Haus werde jedoch die Notwendigkeit betonen, die Umweltauswirkungen der Nickelproduktion zu begrenzen, so Reuters weiter.

Verstaatlichung natürlicher Ressourcen

Unter Widodos Präsidentschaft hat das viertbevölkerungsreichste Land der Welt schrittweise seine Bemühungen verstärkt, die natürlichen Ressourcen effektiver zu nutzen. 2014 verhängte die Regierung ein Exportverbot für alle unverarbeiteten kritischen Mineralien, 2017 jedoch musste Widodo dieses wieder aufheben, da Indonesien nicht über die erforderlichen Verarbeitungskapazitäten verfügte und sich in einer desolaten Haushaltslage befand. Nachdem China in die erforderlichen Anlagen investiert hatte, kehrte der Präsident allmählich zu seiner früheren Politik zurück. Im Januar 2020 verbot Indonesien die Ausfuhr von unverarbeitetem Nickelerz, im Juni dieses Jahres wurde das Verbot auf Bauxiterz ausgedehnt, das zur Herstellung von Aluminium verwendet wird. Darüber hinaus erklärte Widodo, dass weitere Rohstoffe folgen sollen, zunächst Kupferkonzentrat, Zinn und Gold im nächsten Juni, so die Nachrichtenagentur Nikkei.

Mit diesen Exportverboten will Indonesien mehr von seinem natürlichen Reichtum profitieren, da der Export von verarbeiteten Rohstoffen auf dem Weltmarkt höhere Erträge abwirft. Laut der Jakarta Post war das Verbot von Nickelerz ein großer Erfolg für das Land, denn der Wert von Nickelprodukten stieg von nur 1,1 Milliarden Dollar 2017 um das 19-fache auf 21,29 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

Die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen hat zu einem sprunghaften Anstieg der Nickelnachfrage geführt, da es ein wichtiges Mineral für Kathoden ist. Länder mit einem wachsenden Anteil an E-Autos wie die USA sind auf ausländische Quellen angewiesen. Die einzige Nickelmine in den Vereinigten Staaten soll 2027 geschlossen werden, was die Dringlichkeit neuer Lieferketten unterstreicht. Auch im Bereich der Seltenen Erden, die in Elektromotoren verwendet werden, entwickelt Indonesien seine eigene Industrie, was dem Land einen weiteren Ansatzpunkt bieten könnte, um von dem weltweiten Aufstieg der Elektromobilität zu profitieren.

Obwohl das Exportverbot für Nickel erfolgreich war, argumentiert Nikkei, dass Importeure anderer Rohstoffe, die auf der indonesischen Sperrliste stehen, sich anderweitig umsehen könnten, da der weltweite Produktionsanteil des Landes an Bauxit oder Kupfer im Vergleich zu Nickel mit nur fünf bzw. vier Prozent weitaus geringer ist.

Photo: Istock/Abdul Azis

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