Inklusion durch bedarfsgerechte Kleidung

von | 28. Jul 2022 - 10:07 | Technologien

Kleidung mit eingenähten Magneten bietet zusätzlichen Komfort und kann Menschen mit körperlichen Einschränkungen das Leben erleichtern.

Wenn von Permanentmagneten aus Seltenen Erden die Rede ist, geht es meistens um Elektrofahrzeuge oder andere technische Anwendungen. Doch die leistungsstarken Bauteile haben auch noch andere Einsatzgebiete: adaptive Mode zum Beispiel. Kleidung also, die sich an die individuellen Bedürfnisse des Menschen anpasst. Denn auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist Kleidung ein Ausdruck von Persönlichkeit und Individualität. 

Barrieren wie zu kleine Knöpfe können im Alltag aber Frust bereiten. Hersteller von adaptiver Mode wie Will & Well aus Singapur oder Yorokani aus Wien verwenden daher anstelle von klassischen Knöpfen eingenähte Magneten aus Neodym. Sie übernehmen die Schließfunktion und ermöglichen ein Plus an Selbstbestimmtheit und Komfort. Hochwertige Magneten und langlebige Stoffe gewährleisten einen jahrelangen Einsatz der Textilien, so Firmengründerin Franziska Rauch gegenüber Rohstoff.net. Sie will die Magnetkleidung für alle Menschen etablieren, egal ob mit oder ohne Handicap. Mittlerweile gibt es neben jungen aufstrebenden Labels auch von den Branchengrößen eigene Linien, die sich dem Thema widmen, so zum Beispiel Tommy Adaptive von Tommy Hilfiger. 

Abbildung: Magnetisches Verschlussystem (Photo: Erich Hussmann/ Yorokani)

Mit leichtgängigen Verschlüssen ist es aber noch längst nicht getan, so gibt es speziell auf die Bedürfnisse von Rollstuhlnutzerinnen und -nutzern zugeschnittene Kleidung. Und das ist wörtlich zu nehmen: Kürzere Ärmel etwa verhindern das Verheddern in den Speichen der Mobilitätshilfe. Der Markt für adaptive Mode wird bis 2024 ein Volumen von über 400 Milliarden Dollar erreichen, schrieb vor einiger Zeit das Vogue Magazin unter Berufung auf Zahlen des Marktforschungsunternehmens Coherent Market Insights. Das Angebot dürfte also noch deutlich größer werden.

Beitragsbild: iStock/Elizaveta Shishlyannikova

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