Immer mehr E-Bikes in Deutschland

16. März 2022 | Markt

E-Bikes sind in Deutschland nach wie vor im Trend: 2021 lag ihr Anteil unter den verkauften Fahrrädern bei 43 Prozent, meldet der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV).

Nicht nur Elektroautos sind in der Bundesrepublik im Aufwind, sondern auch E-Bikes. Von 4,7 Millionen Fahrrädern, die 2021 in Deutschland verkauft wurden, hatten 2 Millionen (43 Prozent) einen Elektroantrieb. Das meldete der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) am Mittwoch. Insgesamt gebe es nun 8,5 Millionen Pedelecs, also Fahrräder mit elektrischer Kraftverstärkung. Der E-Bike-Bestand liege beim 25-fachen des E-Auto-Bestands. „Die Fahrradindustrie hat Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität gemacht“, so ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork in der Mitteilung, „und das ganz ohne großzügige Förderungen.“

Insgesamt wurden in 2021 etwas weniger Zweiräder verkauft als im Boomjahr 2020, in dem über 5 Millionen Fahrräder neue Besitzer fanden. Dennoch, so der ZIV, sei 2021 mit 6,56 Milliarden Euro das umsatzstärkste Jahr der letzten Dekade – trotz Herausforderungen wie pandemiebedingter Werksschließungen. Als wichtigen Grund für den Verkaufsrückgang sieht der Verband dementsprechend Lieferengpässe.

Lieferengpässe und steigende Rohstoffpreise treffen auch Fahrradbranche

Für das laufende Jahr rechnet der ZIV damit, dass sich der Krieg in der Ukraine auch negativ auf die Fahrradbranche auswirken werde, schreibt das Handelsblatt. Erneute Unterbrechungen der Lieferketten seien möglich. Schon jetzt machten sich steigende Preise für Rohstoffe wie Nickel bemerkbar. Der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) zufolge bezog die Bundesrepublik 2020 fast 45 Prozent ihrer Nickellieferungen aus Russland. Außer Nickel kommen in E-Bikes noch weitere, als kritisch geltende Batterierohstoffe wie Lithium und Kobalt zum Einsatz. Ihre Elektromotoren enthalten außerdem typischerweise Permanentmagneten mit dem Seltenerdmetall Neodym, nachzulesen in einer Studie (PDF) des Fraunhofer-Instituts ISI. Diese ermöglichen hohe Leistung auf kleinstem Raum. Rund 90 Prozent der Weltproduktion an Neodym stammen aus China. Nicht zuletzt aufgrund der eigenen Nachfrage der chinesischen Industrie stiegen die Preise für Seltene Erden 2021 auf Rekordniveau (wir berichteten).

Photo: iStock/Madina Asileva

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