Grünes Licht für Mega-Windpark in der Nordsee

von | 24. Mrz 2023 - 12:20 | Wirtschaft

Energieversorger EnBW hat Investoren für sein milliardenschweres Projekt gefunden. Ab 2025 soll He Dreiht Grünstrom für die Industrie liefern.

Der Energiekonzern EnBW kann mit dem Bau seines bisher größten Offshore-Windparks He Dreiht an den Start, nachdem jetzt drei Investoren für das 2,4 Milliarden schwere Projekt feststehen. Wie das Karlsruher Unternehmen am Donnerstag mitteilte, haben der Münchener Versicherer Allianz, der dänische Infrastruktur-Investor AIP und die norwegische Norges Bank insgesamt eine Beteiligung von 49,9 Prozent erworben. He Dreiht komme ohne staatliche Förderung aus, EnBW erhalte jedoch von der Europäischen Investitionsbank einen Kredit in Höhe von 600 Millionen Euro.

Der Windpark zählt laut EnBW europaweit zu den größten Projekten der Energiewende. Er soll eine Leistung von 960 Megawatt (MW) erzeugen, installiert werden dafür 64 Turbinen des dänischen Windrad-Herstellers Vestas mit einer Leistung von je 15 MW. Der geplante Standort befindet sich 85 Kilometer nordwestlich von Borkum und 110 Kilometer westlich von Helgoland und damit in unmittelbarer Nähe zu den bereits bestehenden EnBW-Offshore-Windparks Hohe See und Albatros.

Die Inbetriebnahme von He Dreiht ist für Ende 2025 vorgesehen, der Windpark könnte dann laut Betreiber Strom für umgerechnet 1,1 Millionen Haushalte liefern. Abnahmeverträge wurden bereits unter anderem mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, dem Spezialchemiekonzern Evonik und dem Mischkonzern Bosch abgeschlossen. Zu den künftigen Kunden gehört auch der Stahlhersteller Salzgitter, der seine Produktion von fossilen Energieträgern auf ein wasserstoffbasiertes Verfahren unter Einsatz von Ökostrom umstellen wird (wir berichteten).

RWE-Windpark Kaskasi startet Betrieb

Zeitgleich nahm am Donnerstag der Offshore-Windpark Kaskasi des Energieversorgers RWE rund 35 Kilometer nördlich von Helgoland seinen Betrieb auf. Kaskasi ist die einzige Windanlage auf See, die im vergangenen Jahr in Deutschland gebaut und ans Netz angeschlossen wurde. Mit einer installierten Kapazität von 342 MW können über 400.000 Haushalte pro Jahr mit grünem Strom versorgt werden, die Investitionskosten beliefen sich auf rund 800 Millionen Euro. Eine Besonderheit sind die Rotorblätter von Siemens Gamesa, die sich als erste weltweit recyceln lassen.

Photo: iStock/Petmal

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