Gallium gegen Klimagase

15. Oktober 2021 | Technologien

Solarzellen, Computerchips und LEDs: Gallium steckt in vielen Zukunftstechnologien. Nun wird der Einsatz des Technologiemetalls zum Abbau von Treibhausgasen erprobt.

Kohlenstoffdioxid (CO2) entsteht in klimaschädlichem Umfang, wenn Energieträger verbrannt werden, die Kohlenstoff enthalten. Die Automobilbranche verabschiedet sich daher langsam von der Herstellung von Verbrennungsmotoren. Gänzlich aus der Industrie wegzudenken sind fossile Brennstoffe wie Öl oder Kohle derzeit allerdings kaum.

Wasserstoff wird als eine mögliche Alternative betrachtet. Nachhaltig ist diese allerdings nur, wenn bei der Gewinnung des Gases durch Elektrolyse Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz kommt. Bis dieser sogenannte „grüne“ Wasserstoff in ausreichendem Maße zu Verfügung steht, könnten Brückentechnologien eine wichtige Rolle auf dem Weg zur emissionsfreien Warenproduktion spielen.

Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Professor Kourosh Kalantar-Zadeh von der University of New South Wales in Sydney hat nun ein Verfahren entwickelt, das CO2 in ungefährliche Bestandteile auflöst. Das Gas wird dabei in eine Lösung eingeleitet, die Silber und Nanopartikel des Technologiemetalls Gallium enthält. Durch Hinzufügen mechanischer Energie wird eine Reaktion in Gang gesetzt, bei der CO2in Sauerstoff (O2) und Kohlenstoffflocken aufgespalten wird. Die Flocken können zu Kohlefaser weiterverarbeitet werden, einem Werkstoff, der unter anderem in der Luft- und Raumfahrt Anwendung findet.

Das Umwandeln von einer Tonne CO2 in unschädliche Bestandteile würde mit diesem Verfahren etwa 100 US-Dollar kosten und sei damit wettbewerbsfähig, schreiben die Wissenschaftler. Das Verfahren soll nun hochskaliert werden, um die Eignung für den industriellen Einsatz zu demonstrieren.

Photo: iStock/grechina

2030 oder 2050 Klimaneutralität
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