EU investiert in Lateinamerika und Karibik

von | 18. Jul 2023 - 09:51 | Politik

Europäische Union will Partnerschaft mit Lateinamerika und Karibik weiter stärken.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Montag in Brüssel bei einem Treffen mit Vertretern des LAC-Raumes („Latin American Caribbean“) Investitionen in Höhe von 45 Milliarden Euro bis 2027 angekündigt. Die Fördersumme wurde im Rahmen der bei der Zusammenkunft präsentierten Global Gateway Investment Agenda des Staatenbundes zugesagt.  

Die EU möchte zusammen mit Lateinamerika und der Karibik die Energiewende auf beiden Seiten fördern und dazu bei Rohstoffen und Erneuerbaren Energien enger kooperieren. Durch die beschlossene Investition sollen die Lieferketten weiter gestärkt und diversifiziert werden, die Kooperation mit Europa solle aus europäischer Sicht ein Gegengewicht zu Chinas Einfluss in der Region darstellen, berichtet euronews. Geplant ist, dass die Gelder in diverse Projekte fließen, so unter anderem in die Gewinnung von kritischen Rohstoffen in Chile und Argentinien, sowie in die Entwicklung von grünem Wasserstoff in Chile. Von der Leyen setzte sich bereits im Juni auf ihrer Reise nach Lateinamerika für den Ausbau der Zusammenarbeit bei Rohstoffen zwischen der EU und Lateinamerika ein (wir berichteten).

Die EU-Kommissionspräsidentin sieht die Global Gateway Investment Agenda als weiteren Schritt Richtung Mercosur-Abkommen, das sie hofft, bis Ende des Jahres noch abschließen zu können. Allerdings gibt es sowohl auf Seiten der EU als auch auf Seiten der beteiligten lateinamerikanischen und karibischen Staaten Kritik am Abkommen. So kritisiert beispielsweise Brasiliens Präsident Lula da Silva eine von der EU geforderte Zusatzerklärung, in der Nachhaltigkeits- und Klimaschutzverpflichtungen vorgeschrieben und Strafen bei Verstößen vorgesehen sind. Das Zustandekommen des Abkommens ist daher fraglich.

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