Die Ängste der Deutschen

von | 5. Dez 2022 - 08:10 | Kutzers Corner

Sind die Deutschen zu ängstlich? Im englischen Sprachraum hat sich vor langer Zeit das Stereotyp „German Angst“ festgesetzt (etwa: „typisch deutsche Zögerlichkeit“) – eine als charakteristisch empfundene, gesellschaftliche und politische, kollektive Verhaltensweisen der Deutschen. Und sie wird nicht nur allgemein, sondern auch aktuell verbunden: mit der Inflation.

Die Inflation bleibt den sechsten Monat in Folge die größte Sorge der Deutschen. Knapp die Hälfte aller Bundesbürger (47%) zählt die steigenden Preise momentan zu den drei größten persönlichen Sorgen. Das zeigt die aktuelle November-Welle der monatlich in 29 Ländern durchgeführten Studie „What Worries the World“ des Markt- und Meinungs-forschungsinstituts Ipsos. Im Vormonat hatten sogar 50 Prozent der Deutschen Inflation als eine ihrer größten Sorgen genannt. Auf den Plätzen zwei bis fünf im Sorgenranking folgen in Deutschland die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit (33% | -3), der Klimawandel (31% | -2), militärische Konflikte (29% | -1) und Einwanderung (24% | +6).

Klimasorgen nirgendwo so groß wie in Deutschland

Auch wenn die Angst vor den Folgen des Klimawandels hierzulande nur auf Platz drei im Sorgenranking liegt, ist sie trotzdem nirgendwo größer als in Deutschland. Ebenso wie in Australien und Frankreich geben 31 Prozent aller Bundesbürger an, dass sie der Klimawandel im Vergleich zu anderen Krisen derzeit mit am meisten besorgt. Im weltweiten Durchschnitt ist der Anteil der Befragten, die den Klimawandel als besonders besorgniserregend empfinden, nur in etwa halb so groß (16%). Vor allem in einigen lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien (4%), Peru (3%) oder Argentinien (2%) werden andere Problemfelder für wichtiger erachtet.

 Knapp jeder vierte Bundesbürger (24%) zählt aktuell das Thema Einwanderung zu den drei größten persönlichen Sorgen, ein Plus von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat. Damit steigt die Sorge wegen Einwanderung in Deutschland auf ein neues Jahreshoch. Die Angst vor dem Coronavirus wird dadurch erstmalig seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie aus den Top 5 im deutschen Sorgenranking verdrängt, obwohl sie zuletzt ebenfalls leicht angestiegen ist (21% | +3). Weltweit steht Corona (10%) sogar nur noch auf Platz 12 von insgesamt 18 abgefragten Sorgenthemen.

Keine Angst vor Arbeitslosigkeit

Die weitverbreiteten Inflationssorgen haben in Deutschland bislang keine Auswirkungen auf die gefühlte Arbeitsplatzsicherheit. Nicht einmal jeder zehnte Deutsche (9%) führt Arbeitslosigkeit als eine der drei größten persönlichen Sorgen an. In keinem anderen Land zeigen sich die Menschen unbesorgter hinsichtlich der Arbeitslosigkeit. Auch das Thema Korruption und politische oder finanzielle Skandale spielen in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 9 Prozent der Befragten geben Korruption als eine ihrer größten Sorgen an – nur in Frankreich wird diese Sorge noch seltener genannt (8%).

„Jetzt schlägt die Stunde der Profis“

Angst wird auch heute mit dem Verhalten der deutschen Kapitalanleger in Zusammenhang gebracht – insbesondere auf dem Aktienmarkt. In seiner Analyse „Komplexe Zeiten am Kapitalmarkt: Jetzt schlägt die Stunde der Profis“ nimmt der Berliner Honorarberater Klaus Porwoll von der PecuniArs Honorarberatung Stellung: Die Herausforderungen an den Finanzmärkten wachsen – Eine professionelle und maßgeschneiderte Beratung kann Anlegern helfen, Fehler beim Vermögensaufbau zu vermeiden – Transparenz und Unabhängigkeit als wichtige Erfolgskriterien

Wenn es um die eigenen Finanzen geht, sollten Anleger eigentlich die allerhöchsten Ansprüche haben. Doch die Realität sieht oft anders aus: Viele Bundesbürger begnügen sich mit einer standardisierten 08/15-Beratung bei ihrer Hausbank. Andere setzen auf sogenannte Roboadvisor, also digitale Beratungslösungen, die größtenteils mit Hilfe eines automatisierten Prozesses die individuell ideale Vermögensverwaltung versprechen. Und wieder andere vertrauen auf den Rat von Freunden und/oder kümmern sich eigenständig um ihre Geldanlage, was das Risiko beinhaltet, typische Fehler wie prozyklisches Verhalten oder Selbstüberschätzung zu begehen.

Möglicherweise ist in den vergangenen Jahren der Qualitätsunterschied zu einer professionellen, ganzheitlich ausgerichteten Finanzplanung nicht groß aufgefallen. Zinsen gab es nicht, und wer nicht allzu viel falsch machte, konnte mit einem klassischen Mix aus Aktien und Anleihen über einen längeren Zeitraum eine einigermaßen erträgliche Rendite einfahren. Doch diese goldenen Zeiten sind vorbei. Spätestens nach dem katastrophalen ersten Halbjahr mit starken Kursverlusten bei Aktien und Anleihen gleichermaßen ist ein Umdenken dringend erforderlich. „Ein Weiter-so“ wird bei der Kapitalanlage nicht mehr funktionieren. Es ist jetzt echte Expertise gefragt, um auf die enormen Herausforderungen beim Vermögensaufbau und der Altersvorsorge einzugehen, sagt Porwoll.

Neben Fachwissen ist auch Empathie gefragt

Um den komplexen Mix aus rekordhoher Inflation, Zinswende, geopolitischen Risiken und akuter Rezessionsgefahr in der Geldanlage zu bewältigen, braucht es nach Ansicht des Finanzprofis neben viel Fachwissen und langjähriger Erfahrung auch jede Menge Einfühlungsvermögen und Empathie des Beraters. Das intensive Gespräch und der persönliche Kontakt sind für den erfahrenen Honorarberater deshalb ganz wichtige Kriterien, um tatsächlich die individuellen Wünsche, Ziele und Bedürfnisse des Investors herauszufinden und darauf aufbauend eine ganzheitliche Anlagestrategie erarbeiten zu können.

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