Das Internet –  gebremst von 12.000 Behörden

von | 13. Jul 2022 - 14:07 | Technologien

Gigabitstrategie verabschiedet, Kabinett nimmt Bundesländer in die Pflicht.

Die im März dieses Jahres vom Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing (FDP),  vorgestellte Gigabitstrategie ist heute vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Bis 2030 sollen Glasfaser und leistungsstarkes mobiles Internet massiv ausgebaut werden. Vorgesehen ist, dass 2025 bereits jeder zweite Haushalt dank Glasfaseranschluss Zugang zum schnellen Internet haben wird.

Der Bund ist bei diesem Vorhaben auf die Mithilfe der sechzehn Länder angewiesen und erhofft sich von diesen eine Beschleunigung der notwendigen Genehmigungsverfahren. Laut einer heute veröffentlichen Pressemitteilung des Ministeriums sind rund 12.000 verschiedene Behörden mit unterschiedlichen Anforderungen in der Antragsstellung für den Gigabitausbau involviert. Entsprechend dauere die Bearbeitung derzeit bis zu vier Monate.

Für das schnelle Surfen im WWW unerlässlich sind zudem verschiedene Hightech-Rohstoffe: Hierzu gehören die Technologiemetalle Gallium und Germanium, die in den Sendemasten des  neuesten Mobilfunkstandards 5G bzw. in den Glasfaserkabeln eingesetzt werden.

Die Umsetzung der Gigabitstrategie soll mindestens vier Mal im Jahr durch einen Bund-Länder-Staatssekretärs-Ausschuss überprüft werden. Durch einen Branchendialog werde außerdem die Zusammenarbeit zwischen Staat und Markt verbessert.

Wie notwendig die Beschleunigung des Netzausbaus ist, zeigt ein Blick auf das weltweite Ranking von cable.co.uk zur durchschnittlichen Geschwindigkeit des Internet: hier liegt Deutschland auf Platz 36 und damit deutlich hinter seinen Nachbarländern Frankreich und den Niederlanden.

Photo: iStock/Rost-9D

2030 oder 2050 Klimaneutralität