Ukraine-Konflikt treibt Palladiumpreis

15. Februar 2022 | Finanzen

Der Russland-Ukraine-Konflikt treibt die Preise zahlreicher wichtiger Rohstoffe hoch. Eine militärische Eskalation würde diese Entwicklung noch befeuern.

Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine schlagen sich auf den Rohstoffmärkten nieder. Neben Gas, Erdöl und Getreide zogen die Preise für einige Metalle stark an, darunter besonders Palladium. Russland gilt mit rund 40 Prozent der Weltproduktion als wichtiger Lieferant des Edelmetalls. Als sich die Ukraine-Krise Mitte Januar zuspitzte, stieg der Palladiumpreis innerhalb von zwei Wochen um fast 25 Prozent, schreibt Mining.com. Befürchtungen vor Lieferengpässen hätten die Nachfrage massiv verstärkt, denn angesichts eines drohenden Krieges kündigten die westlichen Länder Sanktionen an.

Aber auch Russland selbst stellte einen Versorgungsstopp bei Rohstoffen wie Gas oder Metallen in den Raum. So oder so käme es zu Exportbeschränkungen. Im Falle von Palladium wäre vor allem die Automobilbranche betroffen, weil das Edelmetall für Katalysatoren verwendet wird. Da Palladium auch Bestandteil vieler Computerchips ist, könnte ein Mangel zudem die globale Chipkrise verlängern – mit gravierenden Folgen nicht nur für die Autoindustrie.

Trendwende für Palladium durch Ukraine-Krise

Nachdem Palladium 2021 eher schlecht auf den Rohstoffmärkten performte, haben die aktuellen Entwicklungen eine Trendwende ausgelöst, erläutert Edelmetallexperte Philipp Götzl-Mamba vom Industriezulieferer TRADIUM gegenüber Rohstoff.net. In der zweiten Jahreshälfte brachen die Preise ein, weil sich die Halbleiterknappheit auf die Automobilproduktion auswirkte. Ferner spielte der Ersatz von Palladium durch Platin in manchen Anwendungen eine Rolle. Ende Januar erreichte der Palladiumpreis dafür ein viermonatiges Rekordhoch und ist seitdem durch eine hohe Volatilität geprägt. Am Freitag legte er um neun Prozent zu, nachdem die USA vor einer Invasion der Ukraine durch Russland warnten. Obwohl die russische Regierung dies zurückwies, bleibt die Lage kritisch.

Eine Entspannung der Krise und ein damit einhergehender Preisrückgang sind derzeit nicht absehbar. Die Augen der Welt richten sich nun gespannt auf die diplomatischen Bemühungen. Bundeskanzler Olaf Scholz etwa reist nach seinem gestrigen Besuch in Kiew heute weiter nach Moskau, um in dem Konflikt zu vermitteln.

Photo: iStock/nevarpp

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