Strategische Metalle – zunehmend kritische Rohstoffe

2. Juli 2021 | Wissen

Viel wird derzeit über strategische Metalle geschrieben. Doch was ist mit der Bezeichnung gemeint? Strategische Metalle ist ein Sammelbegriff für Rohstoffe der Technologiemetalle und Seltenen Erden. Strategisch nennt man sie deshalb, weil diese Rohstoffe aus vielen Gründen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Umsetzung politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen spielen.

Strategisch bedeutsam aufgrund kritischer Versorgungslage

Die meisten strategischen Metalle, besonders jene, die als Sachwert in Frage kommen, werden von der Industrie dringend und in steigendem Maße benötigt. Sie sind wichtig für die Energiewende, aber auch essentiell um den wachsenden Bedarf an Hochtechnologie-Produkten wie Glasfaserkabeln, Touch-Screens und LED-Beleuchtung bedienen zu können. Damit weisen Strategische Metalle ein zentrales Merkmal kritischer Rohstoffe auf. Als grundlegende Definition für einen kritischen Rohstoff nennt das UN International Ressource Panel Glossar: “Ein kritisches Metall ist ein Metall von hoher wirtschaftlicher Wichtigkeit, dessen Verfügbarkeit Gefahren (geografischen und/oder geopolitischen Spannungen) ausgesetzt ist, und für das es keine tatsächlichen, kommerziellen Substitutionen gibt.“

Entsprechend hoch ist die Zahl der Strategischen Metalle auf der Liste der kritischen Rohstoffe für die EU 2020. Vier Technologiemetalle (Gallium, Germanium, Hafnium, Indium) und alle Seltenerd-Elemente werden dort aufgeführt. Die gesamte Liste ist seit 2011 von 14 auf 30 Metalle angewachsen.

Limitierte Verfügbarkeit in Europa

Dass die Verfügbarkeit von Strategischen Metallen in Europa nicht gesichert ist, hat mehrere Gründe: Sie sind in der Erdkruste generell geringer vorhanden als andere Elemente. Ihre Herstellung ist teuer und kompliziert, weil die Rohstoffe in der Natur nicht eigenständig, sondern im Verbund mit Mineralien oder Erzen vorkommen. Von diesen müssen sie aufwendig getrennt werden. Zudem – und das ist der Hauptgrund – ist Europa bei der geografischen Verteilung der Rohstoffe benachteiligt. Insbesondere Seltene Erden, die wie beschrieben auch zu den Strategischen Metallen zählen, werden ganz überwiegend in China abgebaut und aufbereitet.

Ein Ende dieser Abhängigkeit der westlichen Welt von China ist aktuell nicht in Sicht. Doch die Staaten haben den Druck erkannt: Die USA und die EU arbeiten verstärkt daran, eigene Quellen für den Abbau Strategischer Metalle zu erschließen und neue Technologien für deren Gewinnung zu entwickeln.

2030 oder 2050 Klimaneutralität
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