Solarenergie: EU-Kommission will Druck machen

11. Mai 2022 | Markt

Strategiepapier sieht Beschleunigung des Ausbaus der Photovoltaik vor.

Öffentliche Gebäude sollen ab 2025 Solardächer bekommen, besonders energiehungrige Gebäude sogar schon ab dem nächsten Jahr. Das sieht die Solar-Initiative der Europäischen Kommission vor, berichtet die Deutsche Presse-Agentur dpa. Vorgeschlagen wird in dem Papier, das voraussichtlich Mitte Mai den EU-Ländern und dem Europaparlament vorgelegt wird, auch eine Solardachpflicht.

Die angestrebte Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbarer Energien geschieht auch vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und soll die Abhängigkeit der EU von Energieimporten reduzieren.

Vorerst dürfte die Abhängigkeit aber nur verlagert werden, denn der Markt für Solarmodule wird derzeit von China dominiert. Etwa 80 Prozent des für die Herstellung notwendigen Rohstoffs Polysilizium stammt aus dem Reich der Mitte. Auch bei der Modulproduktion ist China laut des Fraunhofer Instituts (PDF) mit einem Anteil von 67 Prozent (Stand 2020) weltweiter Spitzenreiter.

Sollte China keine Solarmodule mehr liefern, sei die Energiewende in Deutschland gestorben, fasste Energieexperte Volker Quaschning die Situation kürzlich im Interview mit dem TV-Sender n-tv zusammen. Dass es dazu kommt, zeichnet sich derzeit zwar nicht ab, ungeachtet dessen hat die EU-Kommissarin für Energie, Kadri Simson, den Wiederaufbau der Solarbranche in Europa in einer Ende März gehaltenen Rede als Teil der Solarstrategie der Kommission formuliert. Bis dahin wird es allerdings dauern, derzeit beträgt der Anteil von Modulen aus europäischer Produktion nur etwa drei Prozent.

Photo: iStock/Animaflora

2030 oder 2050 Klimaneutralität
Strombedarf Erneuerbare Energien