Siebenmal mehr Windkraft in der Ostsee bis 2030

von | 31. Aug 2022 - 12:39 | Politik

Acht Anrainerstaaten beschließen massiven Ausbau. Damit steigt auch der Bedarf an kritischen Rohstoffen wie Neodym.

Im Rahmen ihrer Klimaziele und für mehr Unabhängigkeit von russischer Energie wollen acht EU-Staaten ihre Offshore-Windkraftkapazitäten in der Ostsee ausbauen. Bis 2030 soll die derzeit installierte Leistung von 2,8 Gigawatt um das Siebenfache erhöht werden, auf 20 GW. 93 GW sind bis zum Jahr 2050 vorgesehen. Dafür streben die Länder auch schnellere Genehmigungsverfahren bei Windkraft-Projekten an.

Die Vereinbarung wurde am Dienstag auf einem Gipfel in Dänemark getroffen, an dem neben der Leiterin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, Vertreter aus Dänemark, Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Schweden und Finnland teilnahmen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

20 GW würden ausreichen, um 20 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen, zitiert Euractiv die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Es sei mehr als die aktuelle Offshore-Kapazität in der gesamten Europäischen Union. Der Wert entspreche zudem einem Drittel des gesamten EU-Ziels für Windkraft auf See bis 2030, betonte von der Leyen in ihrer Rede.

Auch in der Nordsee sollen der Ausbau der Offshore-Windenergie vorangetrieben und neue Potenziale für nachhaltigen Grünen Wasserstoff erschlossen werden. Eine entsprechende Kooperation hatten die Anrainerstaaten Dänemark, Belgien, Deutschland und die Niederlande im Mai vereinbart (wir berichteten).

Tonnenweise Neodym für Windkraftanlagen

Mit dem Ausbau von Windkraftanlagen geht stets auch ein großer Bedarf an Rohstoffen wie Stahl, Zink, Aluminium und Seltene Erden wie Neodym und Dysprosium einher. Letztere werden als hochmagnetisches Material in den Turbinen eingesetzt, um Bewegungsenergie in Strom umzuwandeln. Laut einer Studie (PDF) des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung werden bei Offshore-Anlagen, die häufig mehr als 5 MW Leistungskapazität besitzen, regelmäßig über 3 Tonnen Magnetmasse pro Anlage verbaut.

Photo: iStock/MatusDuda

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