Schwefelsäure wird knapp: Eine Herausforderung nicht nur für die Energiewende

von | 31. Aug 2022 - 14:00 | Wirtschaft

Produktion des Rohstoffs wird laut einer Studie sinken, der Bedarf jedoch deutlich steigen.

Chipkrise, steigende Produktionskosten aufgrund hoher Energiekosten und am Horizont bereits die nächste Herausforderung für die Wirtschaft: zu wenig Schwefelsäure. Die chemische Verbindung ist für viele Industriezweige von großer Bedeutung: angefangen bei der Herstellung von Düngemitteln bis hin zur Aufbereitung von metallischen Rohstoffen.

Laut einer vom University College London und dem Institute of British Geographers durchgeführten Studie ist nun damit zu rechnen, dass einem steigenden Bedarf ein deutlich knapper werdendes Angebot gegenüberstehen wird. Die Säure wird überwiegend bei der Entschwefelung von Kraftstoffen gewonnen, damit bei deren Verbrennung weniger umweltbelastendes Schwefeldioxid anfällt. Durch den steigenden Marktanteil der Elektromobilität und durch andere Maßnahmen zur Reduzierung von klimaschädlichen Emissionen, werde die Kraftstoffproduktion auf absehbare Zeit deutlich zurückgehen und damit auch die Schwefelsäure-Produktion, so die Forscher. Doch ausgerechnet für die Herstellung von Elektrofahrzeugen wird die Säure benötigt. Neben der Gewinnung Seltener Erden zur Fertigung der Traktionsmotoren, setzt man sie auch bei der Aufbereitung von Kobalt ein, das wiederum für die Fahrzeugbatterien notwendig ist.

Eine verfahrene Situation, denn auch in der Landwirtschaft wird sich den Forschern zufolge der Schwefelsäureverbrauch erhöhen. Die Nahrungsproduktion vor allem in Entwicklungsländern und die Verkehrswende könnten dann in einen Wettbewerb um diesen Rohstoff geraten, so die Befürchtungen. Durch den vermehrten Abbau von Schwefel könnte kurzfristig Abhilfe geschaffen werden, doch dabei drohten massive Umweltschäden. Es müssten daher dringend neue Methoden erforscht und Regularien entwickelt werden, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Abgedämpft werden könnte der Schwefelsäurebedarf außerdem durch das Recycling etwa von Batterien.

Die vollständige Studie ist hier zu finden.

Photo: iStock/John Kevin

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