Seltene Erden: Nachfrage übersteigt das Angebot auch weiterhin

von | 16. Mai 2022 | Finanzen

Preisniveau dürfte laut eines Experten hoch bleiben. Entwicklung alternativer Materialien zeitintensiv.

Die Preise für Seltene Erden werden sich vermutlich auch in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau bewegen, wie Tim Harrison, Geschäftsführer von Ionic Rare Earths, dem Branchendienst S&P Global Commodity Insights sagte. Das Angebot wachse nicht im gleichen Maße wie die Nachfrage, so Harrison, dessen Unternehmen in Uganda ein Seltenerdprojekt entwickelt, das bis 2024 die Produktion aufnehmen soll. Dass sich die Situation grundsätzlich ändern wird, sei unwahrscheinlich. Er könne sich nicht vorstellen, wo die dafür notwendigen Rohstoffmengen herkommen sollten. Der Aufbau von Kapazitäten für die Aufbereitung Seltener Erden sei zudem zeit- und kapitalintensiv, wie Harrison zuvor gegenüber der australischen Zeitung The Australian sagte.

Es sei derzeit auch nicht damit zu rechnen, dass Seltene Erden etwa bei der Herstellung von Elektromotoren durch alternative Materialien ersetzt werden. Für die Verwendung der teuren Rohstoffe spreche ihre Effizienz, die bislang nicht durch andere Werkstoffe erreicht werden könne, so der Manager weiter.

Die Elektromobilität, aber auch der Ausbau der Windenergie gehören zu den Treibern der Nachfrage nach Seltenen Erden wie Neodym und Praseodym, die als Magnetmaterial in den Motoren bzw. Generatoren zum Einsatz kommen. China dominiert sowohl den Abbau als auch die Aufbereitung dieser strategischen Rohstoffe.

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