Saudi-Arabien sucht eine Alternative zum Öl

von | 10. Feb 2022 - 12:24 | Markt

Bodenschätze wie Seltene Erden könnten den Reichtum des Landes auch in Zukunft sichern.

Saudi-Arabien gehört zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Vor allem die Öl- und Gasindustrie hat dem Königreich zu großem Reichtum verholfen. Etwa die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und etwa 70 Prozent der Exporteinnahmen entfallen auf diesen Sektor. Schon seit den 1970er Jahren wurden immer wieder Maßnahmen ergriffen, um die Wirtschaft auf ein breiteres Fundament zu stellen und weniger abhängig vom Schwarzen Gold zu werden, dessen Bedeutung angesichts des angestrebten Aus für den Verbrennungsmotor auf absehbare Zeit sinken dürfte. Mit dem 2016 vorgestellten Reformvorhaben Vision 2030 soll der Anteil der Ölindustrie am BIP bis 2030 auf 11 Prozent reduziert werden, zudem sollen die Erneuerbaren Energien umfangreich ausgebaut werden.

Bei der Umsetzung des Plans könnte das Land auf andere, bisher wenig erschlossene Bodenschätze zurückgreifen. Dazu gehören neben Phosphat, Gold, Kupfer, Zink sowie Aluminium auch Seltenerdmetalle. Ihr Wert belaufe sich auf umgerechnet über einer Billion Euro, wie der stellvertretende Minister für Industrie, Bodenschätze und Bergbauangelegenheiten, Khaled Al-Mudaifer, in dieser Woche erklärte. Für die Wirtschaft Saudi-Arabiens könnten diese Rohstoffe in naher Zukunft eine Alternative zu Benzin und Diesel werden, so der Minister weiter. Das große Potential wird mittlerweile auch von ausländischen Bergbauunternehmen gesehen. Investments in diesen Sektor dürften in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um 150 Prozent steigen, wie Al-Mudaifer Anfang des Jahres gegenüber der Arab News sagte.

Photo: iStock/MOHAMED HUSSAIN YOUNIS

2030 oder 2050 Klimaneutralität