Platin und Palladium gewinnen weiter an Wert

2. Juli 2021 | Finanzen

Nicht nur die Automobilindustrie braucht die beiden Edelmetalle. Im Dreijahresvergleich legen Platin und Palladium deutlich zu.

Viele Brautpaare lassen sich Trauringe aus Platin oder Palladium schmieden. Sie finden das schicker und moderner, als Ringe aus traditionellem Gold oder Weißgold. Auch für andere Schmuckstücke sind Platin und Palladium ein beliebter Rohstoff, vor allem im Orient und in Asien. Allein auf dem chinesischen Markt soll die Nachfrage nach Platinschmuck in diesem Jahr um rund 13 Prozent steigen, schreibt Capital.

Doch Schmuck allein trägt kaum zur steigenden Attraktivität der beiden Edelmetalle bei. Im Gegenteil: Verglichen mit dem massiven Bedarf anderer Industrien sind Armbänder & Co wohl eher eine Petitesse. Rund 70 Prozent der Nachfrage nach Platin und Palladium sollen auf die Automobilindustrie entfallen, schreibt das Handelsblatt. Dort dienen die gemeinsam mit Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium zu den Platinmetallen gehörenden Rohstoffe vor allem zur Herstellung von Katalysatoren für Verbrennermotoren. Darüber hinaus werden Platin und Palladium beispielsweise in der Elektronik und Zahnmedizin gebraucht.

Die wachsende Nachfrage macht die beiden Edelmetalle auch für Anleger wieder interessanter. Im Dreijahresvergleich haben Platin und Palladium deutliche Wertsteigerungen hingelegt. Von Juni 2018 bis Juni 2021 stieg der Wert von Palladium um rund 177 Prozent, der Wert von Platin um rund 25 Prozent. Im aktuellen Einjahresvergleich hingegen liegen beide Rohstoffe nahezu gleichauf: Palladium wuchs seit Juni 2020 um 39 Prozent, Platin um 37 Prozent.

Platin und Palladiumförderung oft gemeinsam

Das ist auch deshalb interessant, weil sich Platin offenbar anschickt, an Relevanz wieder zu gewinnen. Und das hat mehrere Gründe: Einst hatte die Automobilindustrie Platin in großem Umfang durch Palladium ersetzt, weil Palladium seinerzeit der günstigere Rohstoff war. Das hat sich mittlerweile gedreht, so dass Platin wieder attraktiver für die Katalysatorherstellung wird. Hinzu kommt: Platin und Palladium werden oft gemeinsam gefördert. Die Minen können die Fördermengen deshalb nur bedingt voneinander entkoppeln. Das Handelsblatt schreibt dazu: „In vielen Minen etwa in Südafrika ist Palladium traditionell ein Nebenprodukt des Platin-Abbaus. Die Minen kalkulieren einen Durchschnittspreis für beide Metalle, um ihre Produktionsmenge zu bestimmen. Und weil der Palladiumpreis so rasant gestiegen ist, lohnt es sich für die Minen, die Produktion auszuweiten – auch wenn sie dadurch mehr Platin fördern, als der Weltmarkt eigentlich benötigt.“ Das wiederum sorgt für ein steigendes Platinangebot, aber nicht zwangsläufig für geringere Preise. Denn gerade tut sich für Platin eine neue Nachfragesituation auf. Anders als Palladium ist Platin nämlich ein zunehmend begehrter Rohstoff für die Herstellung von grünem Wasserstoff und grünen Wasserstoff-Brennstoffzellen. Zwei Zukunftstechnologien, die den Preisanstieg für Platin langfristig weiter anfachen könnten.

Photo: iStock Bet_Noire

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