Plädoyer für den Aufbruch ins All

von | 14. Jul 2022 - 13:07 | Politik

BDI-Strategiepapier vorgelegt. Satellitengestützte Suche nach Rohstoffen könnte Abhängigkeit von Importen verringern.

NewSpace – das ist die Kommerzialisierung der Weltraumfahrt, vorangetrieben durch Tech-Milliardäre wie Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Teslas Elon Musk. Beide Manager sind damit in einem Bereich tätig, der lange von staatlichen Weltraumagenturen geprägt wurde. Längst sei die Raumfahrt „Schlüssel für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren, Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT) oder globale Konnektivität in Echtzeit an jedem Ort der Welt.“ So heißt es in der Einleitung eines Strategiepapiers zur Stärkung der Raumfahrt in Deutschland. Vorgelegt wurde es von der New Space Initiative, deren Gründung der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Ende 2021 initiiert hat. Mit zehn strategisch-operativen Handlungsempfehlungen richten sich die Autoren des Papiers an die Bundesregierung.

Deutschland verliert den Anschluss

Beginnend mit der Gründung eines ressortübergreifenden nationalen Weltraumrats der Bundesregierung soll das Raumfahrt-Ökosystem international wettbewerbsfähig aufgestellt werden. Derzeit laufe Europa und damit Deutschland Gefahr, den Anschluss an China und die USA zu verlieren. Denn nicht einmal auf ein Weltraumgesetz, das der Space-Branche einen rechtlichen Rahmen geben würde, habe sich die Regierung bisher einigen können. Und das, obwohl in der letzten Legislaturperiode bereits ein Referentenentwurf erstellt worden sei.

Dabei böten NewSpace-Lösungen große Chancen für die Wirtschaft und Gesellschaft, so etwa bei der satellitengestützten Überwachung der Auswirkungen des Klimawandels oder dem Aufbau einer nachhaltigen und auf Satellitendaten gestützten Landwirtschaft. Die Initiative setzt sich zudem für die Stärkung der satellitenbasierten Rohstofferkundung ein. Sie könne eine nachhaltige und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen auch in Deutschland ermöglichen und die Abhängigkeit von Importen mindern.

Zu den über 40 Mitgliedern des Zusammenschlusses gehören Großkonzerne wie Airbus, die Deutsche Bahn, aber auch zahlreiche Start-ups und Verbände. 

Photo: iStock/tifonimages

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