Ausbau der Windkraft verläuft schleppend

von | 15. Jul 2022 - 09:07 | Wirtschaft

Zähe Genehmigungsverfahren bremsen Entwicklung.

Der Ausbau der Windkraft an Land, für den die Koalitionsparteien bis 2032 immerhin zwei Prozent der Landesfläche reserviert haben, ist im ersten Halbjahr 2022 deutlich unter den Erwartungen geblieben. Laut einer Analyse der Deutschen WindGuard im Auftrag der Branchenverbände BWE und VDMA Power Systems wurden von Januar bis Juni 238 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen 977 Megawatt (MW) in Deutschland installiert, was in etwa dem Vorjahresniveau entspreche. Zum Erreichen der Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien sei das fünffache Volumen notwendig, doch langwierige Genehmigungsverfahren wirken dem entgegen. Die Dauer dieser Verfahren hätte sich in den letzten fünf Jahren sogar noch deutlich erhöht.

Für die Branche ist diese Entwicklung durchaus bedrohlich, denn bei zu geringem Marktvolumen bestehe die Gefahr des Verlusts von Know-how, Wertschöpfung und Beschäftigung. Bereits jetzt schreiben große europäische Hersteller wie Siemens Gamesa, Nordex oder GE Renewable Energy auch aufgrund der steigenden Rohstoffpreise Verluste, berichtete jüngst das Handelsblatt.

Für das Gesamtjahr 2022 rechnet WindGuard mit einem Ausbau der Windenergiekapazitäten von 2.400 bis 3.00 MW.

Photo: iStock/frantic00

2030 oder 2050 Klimaneutralität