OECD: Fachkräftemangel gefährdet Energiewende

von | 15. Mrz 2023 - 10:01 | Wirtschaft

Anteil grüner Jobs regional sehr unterschiedlich, Frauen unterrepräsentiert.

Die Energiewende geht mit einem großen Bedarf an kritischen Rohstoffen einher, entsprechend lauter werden die Rufe nach sicheren Lieferketten für Lithium, Kobalt oder Seltenen Erden. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schlägt nun zusätzlich Alarm, denn die Ziele für den Klimaschutz könnten auch durch einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften gefährdet sein.

Der Anteil der Arbeitnehmer in „grünen“ Berufen in den 38 OECD-Mitgliedsstaaten sei von 16 Prozent im Jahr 2011 nur auf 18 Prozent im Jahr 2021 gestiegen. Als „grün“ definiert die Organisation Berufe, bei denen zehn Prozent der Aufgaben direkt zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die OECD stellt zudem regionale Trends fest, so sei der Anteil grüner Jobs in Städten üblicherweise deutlich höher als in abgelegenen Regionen. Letztere seien vom Wegfall von Arbeitsplätzen im Zuge der Energiewende viel stärker betroffen, dies gelte beispielsweise für die Kohleindustrie. Es sei daher mehr Unterstützung durch Weiterbildungsangebote notwendig, um soziale Verwerfungen zu verhindern, heißt es.

Unterrepräsentiert in grünen Jobs seien zudem Frauen, sie machten nur 28 Prozent der Beschäftigten in diesen Bereichen aus. Die OECD drängt drauf, die Ursachen hierfür zu ergründen, denn die Erhöhung des Anteils von Frauen in den MINT-Studienfächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sei nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung, sondern auch eine Möglichkeit, um den Fachkräftemangel in den für die Energiewende notwendigen Berufen zu lindern.

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