Kritische Rohstoffe: EU-Vizepräsident warnt vor Abhängigkeit

von | 13. Sep 2022 - 09:05 | Politik

Maroš Šefčovič sieht Politik in der Pflicht.

Europa dürfe im Bereich kritischer Rohstoffe nicht „schlafwandlerisch“ in neue Abhängigkeitsverhältnisse geraten, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič, in einer Rede in Prag. Anlässlich der Raw Materials Security of Europe Conference wies Šefčovič auf die große Bedeutung hin, die der Zugang zu Rohstoffen für die Produktion von Batterien und Halbleitern hat. Derzeit decke die EU gerade ein Prozent des Eigenbedarfs an wichtigen Batterierohstoffen wie Lithium, Kobalt oder Nickel, so der Politiker. Abhängig von Importen, vor allem aus China, sei der Kontinent auch im Hinblick auf Permanentmagneten aus Seltenen Erden, die für die Produktion von E-Autos benötigt werden. Gleiches gelte für die Herstellung von Windkraftanlagen.

Schon 2030 drohe angesichts der Dynamik in der Energiewende und der Digitalisierung ein weltweiter Mangel an wichtigen Rohstoffen. Aus Sicht von Šefčovič könne der freie Markt alleine die Versorgung nicht sicherstellen, vielmehr sei auch die Politik gefragt. Die EU-Kommission arbeite bereits an einem entsprechenden Gesetzesvorschlag. Dieser werde dabei helfen, die heimische Rohstoffproduktion und das Recycling auszubauen. Notwendig sei in diesem Zusammenhang auch, der Bevölkerung besser zu vermitteln, welche herausragende Rolle kritische Rohstoffe bei der Verwirklichung der Klimaziele und den Bestrebungen für eine digitale Wirtschaft hätten.

Photo: iStock/artJazz

2030 oder 2050 Klimaneutralität