Europäische Forscher entwickeln neue Sensoren für Infrarotanwendungen

20. August 2021 | Markt

Das Technologiemetall Germanium ermöglicht die preiswerte Herstellung von Infrarotsensoren

Wer regelmäßig fotografiert, kennt das Phänomen: Bei diesigem Wetter legt sich ein Grauschleier über das Bild. Die Ursache sind feinste in der Luft enthaltene Wassertröpfchen, die das Licht streuen. Das Foto verliert deutlich an Kontrast. Infrarot-Bildsensoren, die durch Dunst und sogar Regen schauen können, gibt es bereits, sie sind aber relativ teuer. Deutsche und italienische Forscher haben nun einen Sensor entwickelt, dessen Herstellung deutlich preiswerter ist. Als Basis dient eine Schicht aus Silizium, auf die weitere Schichten aus Halbleitermaterialien aufgebracht werden, die Germanium und Zinn enthalten. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, den Sensor in bestehende Chips integrieren zu können. Anwendungsbereiche für den Sensor sind unter anderem Kameras für autonom fahrende Pkw, aber auch die Wissenschaft. Mit der neuen Technologie ausgestattete Kameras können beispielsweise durch die verschiedenen Farbschichten alter Gemälde blicken und neue kunstgeschichtliche Erkenntnisse liefern. Der Sensor kann außerdem zwischen zwei Infrarotspektren wechseln, dies ermöglicht unter anderem die Unterscheidung verschiedener Gase und Flüssigkeiten, was mit bloßem Auge nicht gelingt, so die Forscher.

Die Originalpublikation ist hier zu finden.

Photo: iStock/Paul Colley

2030 oder 2050 Klimaneutralität
2030 oder 2050 Klimaneutralität