Europa plant Fonds gegen die Rohstoffabhängigkeit

von | 20. Juni 2022 | Markt

European Raw Materials Fund soll Diversifizierung der Rohstoffversorgung vorantreiben

Lithium, Seltene Erden und andere Metalle: Europa ist auf Chinas Rohstoffexporte angewiesen. Besonders deutlich wird das beim Ausbau der Erneuerbaren Energien wie der Windkraft, vor allem aber auch im Bereich der Elektromobilität. Importe aus der Volksrepublik decken etwa 98 Prozent des Bedarfs an Permanentmagneten aus Seltenen Erden, die für den Bau von E-Autos notwendig sind. Um die Versorgung mit den für die Energie- und Verkehrswende benötigen Rohstoffen und daraus hergestellten Komponenten zu diversifizieren, ist die Einrichtung eines eigenen europäischen Investitionsfonds geplant, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Erreicht werden könnte dies etwa durch den Aufbau eigener Förder- und Aufbereitungsanlagen sowie geschlossener Wertstoffkreisläufe.

Ausgestattet mit rund zwei Milliarden Euro soll der European Raw Materials Fund Anfang 2023 an den Start gehen. Perspektivisch seien jedoch Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro notwendig, um genügend kritische Mineralien zu produzieren, wie Bernd Bernd Schäfer, Geschäftsführer des EIT Raw Materials Reuters sagte. Das von der EU geförderte Konsortium vernetzt Forschung und Wirtschaft und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette kritischer Rohstoffe von der Exploration über die Förderung bis zum Recycling. Zudem ist es mit der Verwaltung der European Raw Materials Alliance (ERMA) betraut.

Photo: iStock/Zerbor

2030 oder 2050 Klimaneutralität
Strombedarf Erneuerbare Energien