Europa im „Epizentrum“ der Versorgungsengpässe

9. Dezember 2021 | Markt

Der Kreditversicherer Euler Hermes sieht den europäischen Kontinent in der aktuellen Logistikkrise schlecht gerüstet

Euler Hermes geht davon aus, dass es auch 2022 weltweit immer wieder zu vorrübergehenden Logistikproblemen kommen wird. In einer heute veröffentlichten Studie sieht das Unternehmen mit Sitz im französischen Courbevoie Europa „im Epizentrum der Engpässe“. Der Kontinent sei stärker auf auswärtige Zwischenerzeugnissen angewiesen als etwa die USA.

Zudem sei Europa stärker von China abhängig, so Euler Hermes. Negativ wirkten sich auch die geringen Produktionskapazitäten im verarbeitenden Gewerbe und fehlende Investitionen in die Hafeninfrastruktur aus. Entsprechend könnte sich die Normalisierung der Versorgungssituation verzögern. Dies gelte auch für die Halbleiter: Deutsche Unternehmen hätten ihre Bestände zwar aufstocken können, die größten Kontingente hätten sich allerdings asiatische Länder und die USA sichern können.

Im Zuge der diversen Krisen und nicht vorhandenen Komponenten gab es immer wieder Stimmen, die sich für eine Rückkehr zur klassischen Lagerhaltung statt der „Just in Time“-Belieferung aussprachen. Auch die Rückverlagerung von Produktionsstandorten wurde diskutiert. Laut Euler Hermes gebe es in dieser Hinsicht derzeit jedoch nur wenige konkrete Projekte. Es sei davon auszugehen, dass aus Gründen der Kosteneffizienz wieder zu „Just in Time“ zurückgekehrt werde.

Photo: iStock/Baloncici

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