Biden macht Rohstoffversorgung für E-Autos zur Chefsache

31. März 2022 | Markt

Die USA will weniger abhängig vom Import kritischer Mineralien werden. Laut Medienberichten soll dazu ein Gesetz aktiviert werden, dass aus der Zeit des Kalten Krieges stammt.

Zur Sicherung der Rohstoffversorgung für die Batterieproduktion wird US-Präsident Joe Biden möglicherweise noch in dieser Woche den Defense Production Act aktivieren, wie unter anderem CNN und Bloomberg berichten. Das vor dem Hintergrund des Koreakrieges 1950 verabschiedete Gesetz stattet den Präsidenten mit weitreichenden Vollmachten aus. So kann er Unternehmen dazu verpflichten, Aufträge, die für die nationale Verteidigung als notwendig erachtet werden, anzunehmen und sie zu priorisieren. Das Gesetz erlaubt es dem Präsidenten auch, Materialien zu benennen, die nicht gehortet werden dürfen.

Zu den für die Batterieproduktion notwendigen Rohstoffen gehören unter anderem Lithium, Nickel, Graphit, Kobalt und Mangan. Die wachsende Nachfrage durch die zunehmende Produktion von Elektrofahrzeugen, aber auch der Krieg in der Ukraine haben zu einem deutlichen Preisanstieg geführt. Die USA ist bei einigen dieser Materialien außerdem stark von Importen abhängig. Eine Ausweitung der heimischen Produktion sowie des Recyclings könnten diese Abhängigkeit reduzieren.

Unklar ist bislang, ob der Defense Production Act auch auf Seltene Erden und andere Rohstoffe angewendet wird, die zur Produktion von E-Autos oder Windkraftanlagen notwendig sind.
Zur Anwendung kam das Gesetz seit 1950 über 50 Male, so auch im Rahmen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie.

Photo: iStock/lucky-photographer

2030 oder 2050 Klimaneutralität
Strombedarf Erneuerbare Energien