Anteil Erneuerbarer Energien sinkt – Lücken in Wertschöpfungsketten müssen geschlossen werden

von | 15. Dezember 2021 | Markt

Vier Prozent weniger Strom aus regenerativen Quellen als noch im Vorjahr. BDEW und ZSW sehen politischen Handlungsbedarf.

Der Anteil Erneuerbarer Energien am deutschen Strommix ist 2021 gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Laut  vorläufiger Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stammten im laufenden Jahr 42 Prozent der verbrauchten Energie aus regenerativen Quellen, 2020 waren es 46.

Erklärt wird der Rückgang mit den Witterungsverhältnissen, die vor allem in der erster Jahreshälfte zu einer geringeren Windkraftausbeute führten. Durch die konjunkturelle Erholung nach der letzten Pandemiewelle stieg zudem der Stromverbrauch, der durch konventionelle Energieträger aufgefangen werden musste.

Damit der Zielwert von 80 Prozent Erneuerbarer Energie bis 2030 erreicht werden kann, ruft Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die neue Bundesregierung dazu auf, Hemmnisse für den Ausbau zu beseitigen und die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen rasch umzusetzen. Dazu gehöre etwa die Bereitstellung von zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergie.

Professor Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied am ZSW, weist in der heute veröffentlichen Pressemitteilung zudem auf die Bedeutung verlässlicher Wertschöpfungsketten von der Rohstoffversorgung über die Produktion bis zum Betrieb von Energieerzeugungsanlagen hin. Benötigt wird beispielsweise Silizium für Solarzellen oder Neodym für Windenergieanlagen. Die Pandemie habe gezeigt, wie stark die Abhängigkeit von Importen sei. Die Erweiterung bestehender sowie die Etablierung neuer Produktionsstandorte in Deutschland – beispielsweise in der Photovoltaikindustrie – seien daher zwingend, so Staiß.

Photo: iStock/i-Stockr

2030 oder 2050 Klimaneutralität
Strombedarf Erneuerbare Energien