Wie wirtschaftlich ist Tiefseebergbau? Japan will es wissen 

von | 23. Dez. 2025 - 09:31 | Technologien

Land plant bis 2027 Errichtung einer Testanlage zur Weiterverarbeitung von Meeresschlamm; Seltene Erden im Fokus. 

Die unterseeische Rohstoffgewinnung wird in Japan konkreter. Nachdem das Land im vergangenen Juli ein Pilotprojekt zur Förderung angekündigt hat, das Anfang 2026 starten soll, ist jetzt auch klar, wo die Ressourcen aufbereitet werden könnten. Bis 2027 wird dafür eine Demonstrationsanlage auf der Pazifikinsel Minamitorishima entstehen, etwa 100 Kilometer entfernt von der angedachten Abbaustelle und fast 2.000 Kilometer vom japanischen Festland.  

Wie Nikkei Asia berichtet, dient die Einrichtung in erster Linie dazu, das Volumen des aus der Tiefsee geholten Schlamms zu reduzieren, der pro Tonne schätzungsweise zwei Kilogramm Seltener Erden enthalten dürfte. Für die abschließende Raffination werde das Material wieder zum Festland gebracht, heißt es weiter.  

Wie wirtschaftlich diese komplexe Logistik in der Praxis sein kann, wird sich durch die Versuche zeigen. Offensichtlich ist Japan aber gewillt, die starke Abhängigkeit seiner Wirtschaft von Rohstoffimporten auch auf ungewöhnliche und nicht unumstrittene Art und Weise zu reduzieren. Dessen ungeachtet hatten jüngst die USA Interesse an einer Kooperation zur Erschließung der Rohstoffe vor Minamitorishima gezeigt (wir berichteten)

Photo: TomFisk via Canva