Siemens Energy bringt Herzstück der Wasserstoffproduktion nach Berlin

von | 4. Apr 2022 - 13:36 | Wirtschaft

2023 startet Siemens Energy in der Hauptstadt mit der Produktion von Elektrolyseuren für nachhaltigen Wasserstoff.

Siemens Energy plant, ab dem kommenden Jahr Elektrolysemodule in Berlin zu produzieren. Diese werden zur Herstellung von grünem Wasserstoff benötigt, einem Gas, das CO₂-neutral auf Basis erneuerbarer Energien erzeugt wird und als ein Schlüsselelement zum Erreichen der Klimaziele gilt. Produktionsstandort für die Elektrolyseure wird ein bestehendes Werk im Stadtteil Moabit. Für rund 30 Millionen Euro soll auf 2.000 Quadratmetern ein neuer Fertigungsbereich entstehen, heißt es in einer Mitteilung. Bislang stellt Siemens Energy dort Gasturbinen her, die bereits heute mit bis zu 50 Prozent Wasserstoff betrieben werden könnten. Bis 2030 soll ein vollständiger Wasserstoffbetrieb möglich sein.

Siemens Energy setzt für seine Systeme auf das Verfahren der PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane). Dabei wird Wasser mithilfe einer protonendurchlässigen Membran und Strom aus erneuerbaren Quellen in Wasserstoff und Sauerstoff getrennt. Als Katalysator sind die Edelmetalle Platin und Iridium oder Ruthenium erforderlich. Die aktuelle Produktlinie eignet sich dem Unternehmen zufolge für Anwendungen bis in einen höheren dreistelligen Megawattbereich und könne mehrere Tonnen grünen Wasserstoff pro Stunde erzeugen.

Mit der geplanten Serienfertigung trage Siemens Energy dazu bei, Wasserstoff schneller wettbewerbsfähig zu machen, sagte Vorstandsvorsitzender Christian Bruch. Denn um den wachsenden Bedarf und die künftigen Kosten dieses Energieträgers zu decken, seien preisgünstige und zugleich leistungsfähige Elektrolyseure notwendig.

Im Rahmen ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie (PDF) möchte die Bundesregierung Deutschland zum Leitmarkt für Wasserstofftechnologien machen und fördert entsprechende Investitionen. Bis 2030 sieht die Regierung einen Wasserstoffbedarf von ca. 90 bis 110 TWh.

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2030 oder 2050 Klimaneutralität