Chinas Interesse an afghanischen Bodenschätzen wird konkreter

24. November 2021 | Markt

Vertreter chinesischer Unternehmen sind in Afghanistan eingetroffen. Abbau von Lithium wird geprüft.

Spätestens durch die von amerikanischen Geologen und dem Militär durchgeführten Untersuchungen im Jahre 2010 sind die Bodenschätze Afghanistans auch international bekannt. Der Wert dieser Vorkommen, die von Eisen über Gold, Seltenen Erden bis hin zu Lithium reichen, wird auf etwa eine Billion Dollar geschätzt. In internen Dokumenten des Pentagons trug das Land in der Folge sogar den Titel eines möglichen „Saudi-Arabien des Lithiums“,  in Anspielung auf die großen Ölreserven des arabischen Landes. 

Große Ambitionen zum Erschließen der Rohstoffvorräte wurden nach der Machtübernahme der Taliban im September unter anderem dem Nachbarland China nachgesagt. Dieses Interesse wird nun konkreter, wie die Global Times am Mittwoch schreibt. Der regierungsnahen Zeitung zufolge sind Vertreter mehrerer chinesischer Unternehmen in Afghanistan eingetroffen, um mögliche Lithiumprojekte zu untersuchen und Kontakte vor Ort zu knüpfen. Ein Vertreter des Chinesisch-Arabischen Komitees für Wirtschafts- und Handelsförderung berichtet außerdem, dass noch etwa 20 weitere Firmen ihr Interesse an ähnlichen Projekten bekundet hätten.

Laut der Global Times gibt es trotz des zuletzt freundlichen Empfangs chinesischer Investoren durch die Taliban grundlegende Sicherheitsbedenken angesichts der politischen Situation. Insider gehen daher davon aus, dass sich chinesische Investoren zunächst abwartend verhalten und die weitere Entwicklung in dem von zahlreichen Konflikten zerrissenen Land genau beobachten werden.

Photo: iStock/sasacvetkovic33

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