Medienberichte sprechen von einem möglichen Abkommen mit Frankreich und der Teilnahme an Indiens staatlichem Programm für Seltenerdmagneten.
Anfang des Jahres verschärfte Rohstoffgigant China seine Ausfuhrkontrollen für Dual-Use-Güter nach Japan. Offiziell gegen den Militärsektor gerichtet, zeigen aktuelle Exportdaten, dass der Inselstaat seitdem faktisch vom Zugang zu mehreren kritischen Mineralien abgeschnitten ist.
Als Reaktion darauf hat Japan seine Bemühungen zur Diversifizierung der Lieferketten verstärkt, unter anderem durch Beteiligung an einem Seltenerdprojekt in Namibia. Auch mit dem australischen Bergbaukonzern Lynas, dem größten Produzenten Seltener Erden außerhalb Chinas, wurde eine Partnerschaft vereinbart (PDF). Beide Vorhaben werden staatlich unterstützt.
Nun sind weitere Schritte in diese Richtung unternommen worden. Medienberichten zufolge verhandeln Japan und Frankreich über ein Abkommen zu Seltenen Erden. In diesem Rahmen soll noch in diesem Jahr ein gemeinsames Projekt zur Raffinierung schwerer Seltener Erden im Südwesten Frankreichs starten. Obwohl kein Name genannt wird, handelt es sich wahrscheinlich um das vor einem Jahr angekündigte Vorhaben des französischen Unternehmens Caremag (wir berichteten). Weitere Pläne könnten im Rahmen des bilateralen Abkommens folgen.
Japanischer Produzent von Seltenerdmagneten könnte von indischen Subventionen profitieren
Parallel dazu prüft das japanische Unternehmen Proterial Ltd. eine Teilnahme an Indiens staatlichem Förderprogramm zur Produktion von Seltenerdmagneten, wie Bloomberg berichtet. Der früher unter dem Namen Hitachi Metals bekannte Konzern sei dazu mit indischen Partnern im Gespräch. Wie viele andere Länder will Indien seine eigenen Reserven Seltener Erden stärker wirtschaftlich nutzen und dabei insbesondere eigene Kapazitäten für Raffinierung und Magnetproduktion aufbauen. Diese nachgelagerten Teile der Wertschöpfungskette stellen kritische Engpässe dar, da China diese Bereiche noch stärker dominiert als die Bergwerksförderung.
Japan gilt bereits seit Langem als Vorreiter für resiliente Lieferketten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Japan Organization for Metals and Energy Security (JOGMEC), die Rohstoffprojekte im In- und Ausland finanziell unterstützt. Den entscheidenden Impuls für diese Strategie lieferte der faktische Lieferstopp für Seltene Erden aus China im Jahr 2010 nach einem diplomatischen Konflikt beider Länder. Dadurch wurde die Importabhängigkeit Japans deutlich vor Augen geführt.
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