Der wichtigste Produzent Seltener Erden außerhalb Chinas legt Quartalszahlen vor.
Der australische Bergbaukonzern Lynas hat am Mittwoch seine Bilanz (PDF) für das am 31. Dezember abgelaufene Quartal vorgelegt. Der größte Produzent von Seltenen Erden außerhalb Chinas meldet einen Umsatzanstieg, obwohl die Produktion rund 30 Prozent unter dem Niveau des Vorquartals lag. Ursache waren unter anderem Stromausfälle in Lynas‘ Aufbereitungsanlage im westaustralischen Kalgoorlie (wir berichteten).
Trotz des Produktionsrückgangs ist der Umsatz mit umgerechnet 136,08 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vorquartal leicht gestiegen. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum wurde sogar eine Steigerung um 43 Prozent erzielt. Lynas führt dies unter anderem auf höhere Preise für das Magnetmaterial Neodym-Praseodym zurück.
Wie CEO Amanda Lacaze gegenüber Reuters erklärte, hätten jüngste Maßnahmen der US-Regierung die Marktdynamik bereits entsprechend beeinflusst. Das Pentagon war im vergangenen Sommer größter Anteilseigner des wichtigsten heimischen Seltenerdproduzenten MP Materials geworden, einschließlich eines Abnahmevertrags mit Preisgarantie. In der Folge erwägen derzeit auch die G7-Staaten und Australien, Preisuntergrenzen für kritische Mineralien aus nicht-chinesischer Produktion einzuführen. Lynas sei dazu im Dialog mit verschiedenen westlichen Regierungen, so Lacaze.
Lynas will mehr schwere Seltene Erden produzieren
Zum Umsatzwachstum im vergangenen Quartal trugen dem Konzern zufolge auch neue Verträge bei, die den Verkauf von Dysprosium-Terbium beinhalten. Diese schweren Seltenen Erden erzielen derzeit deutlich höhere Preise als Neodym-Praseodym, da sie für Hochleistungsdauermagnete besonders gefragt sind. Zugleich werden sie kommerziell fast ausschließlich in China produziert und unterliegen dort seit Anfang April strikten Exportauflagen. Lynas erweitert derzeit die Kapazitäten zur Herstellung dieser und weiterer kritischer Seltenerdelemente wie Samarium in seiner Anlage in Malaysia (wir berichteten).
Weniger positive Nachrichten hatte das australische Unternehmen hingegen bezüglich seiner geplanten US-Verarbeitungsanlage für schwere Seltene Erden zu vermelden. Die Zukunft dieses Projekts, das mit Unterstützung des US-Verteidigungsministeriums realisiert werden soll, sei nach wie vor mit Unsicherheiten verbunden.
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